Syriens vorsichtige Hoffnungen

2016 war ein schlimmes Jahr des Krieges. Doch sein Höhepunkt könnte überschritten sein

  • Von Karin Leukefeld, Damaskus
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Kurz bevor Aleppo evakuiert wurde, hätte die Bewertung der Geschehnisse dort unterschiedlicher nicht sein können. Bei einer heftigen Kontroverse im UN-Sicherheitsrat hatten die UN-Botschafter Frankreichs, Großbritanniens und die Vertreterin der USA Mitte Dezember die heftigsten Beschuldigungen ausgestoßen. Damaskus, noch mehr aber Moskau und Teheran hätten sich der »Barbarei gegen Zivilisten« schuldig gemacht. Die angeblich von ihnen verursachte Lage in Aleppo wurde von US-Botschafterin Samantha Power mit »Halabdscha, Ruanda und Srebrenica« gleichgesetzt.

In Halabdscha in Irakisch-Kurdistan hatte die irakische Armee 1988 Giftgas eingesetzt, was Hunderte Zivilisten das Leben kostete; in Ruanda wurde an der Ethnie der Tutsi der weltweit schlimmste Genozid der 90er Jahre überhaupt verübt; in der bosnischen Stadt Srebrenica hatte es ein Massaker an bosnischen Gefangenen gegeben. »Schämen Sie sich«, rief Powers in Richtung des russisch...


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