Schuldspruch für »israelischen Helden«

Militärsanitäter erschoss in Selbstjustiz palästinensischen Attentäter / Rechte Politiker fordern Begnadigung

  • Von Oliver Eberhardt, Kairo
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Es war der 24. März 2016, kurz nach acht Uhr, als der israelische Militärsanitäter Elor Azaria in einer Straße im Zentrum Hebrons eintraf. Minuten zuvor hatte ein junger Palästinenser Soldaten mit einem Messer angegriffen; nun lag der Attentäter am Boden, während sich Azarias Kameraden bereits um die verletzten Soldaten kümmerten. Kurz darauf reichte Azaria seinen Helm an einen anderen Soldaten weiter, ging zu dem Attentäter und schoss ihm in den Kopf.

Mit der Szene begann eines der aufwendigsten, aufsehenerregendsten und auch umstrittensten Ermittlungsverfahren in der Geschichte des israelischen Militärs, das am Mittwoch mit einem Schuldspruch sein vorläufiges Ende fand: Azaria habe einen Totschlag begangen. Theoretisch drohen ihm dafür bis zu 20 Jahre Haft. Wahrscheinlich ist aber ein Strafmaß weit darunter.

Israels Regierung würde Azaria am liebsten gar nicht im Gefängnis sehen und hat dabei viele konservative und rechtsge...


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