Reise ans Ende des Verstandes

Der Theaterdiscounter performt mit »Pillen« eine »Recherche zwischen Rettung und Rausch«

  • Von Tom Mustroph
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Tabletten verändern Menschen. Sie machen frei von Schmerzen, sie tilgen Stimmen im Kopf und bereinigen so die Wahrnehmung. Sie können, in ihrer sedierenden Wirkung, den Einzelnen aber auch um Glücksmomente berauben. In einem der stärksten Momente von »Pillen« wird auf die Erfahrungen eines der interviewten Psychopharmakakonsumenten zurückgegriffen, der davon erzählt, wie die Tabletten ihn auf ein Mittelmaß einstellen. Sie nehmen lästige Stimmen im Kopf, verhindern aber auch jene erhebenden Zustände, in denen man sich eins fühlt mit der Welt, mit einem imaginierten Schöpfer, eins auch mit sich selbst.

»Pillen« ist ein Stück über Bewusstseinszustände. Etwa zwei Dutzend Personen interviewte das Team von Lunatiks. Mediziner waren darunter, Mitarbeiter von Pharmafirmen und Drogenexperten, Konsumenten und Angehörige von Personen, die auf Tablettentrips verloren gingen. Teile der Interviews sind direkt in die Performance eingegangen. Sie...


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