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Rostock macht sich fürs Doppeljubiläum warm

Noch ist ein Jahr Zeit, aber dann feiert die Hansestadt ihren 800. Geburtstag und das 600. Jahr ihrer Universität

  • Von Joachim Mangler, Rostock
  • Lesedauer: 3 Min.

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Fast ein Jahr dauert es noch, bis 2018 für Rostock das große Jubiläumsjahr zum 800. Geburtstag beginnt. Sogar erst in zwei Jahren geht der 600. Geburtstag der Universität über die Bühne. Doch die Schlagzahl in den Planungsbüros von Stadt und Uni für das Doppeljubiläum wird langsam höher. Denn es wird wohl viele Jahre dauern, bis die Stadt zumindest nach den vorhersehbaren Ereignissen wieder so im Mittelpunkt stehen wird wie in diesen zwei Jahren. »Auch wenn ein 800-jähriges Stadtjubiläum in Deutschland kein Alleinstellungsmerkmal ist: In Kombination mit dem sehr viel selteneren 600. Universitäts-Geburtstag ist es das allemal und kann weit über Grenzen hinweg ausstrahlen«, fasst Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) die Bedeutung der Feste zusammen.

Entsprechend hoch ist der Druck, der auf den Verantwortlichen lastet: Die Organisation ist gewaltig. Zum Höhepunkt des Stadtjubiläums werden im Juni 2018 zum 38. Internationalen Hansetag Vertreter von 120 Hansestädten aus 16 Ländern erwartet, die zum Teil per Kogge anreisen werden. Mit deren Einlaufen zur Eröffnung am 21. Juni in den Stadthafen soll die Hansezeit in Rostock wieder lebendig werden. »Rostock wird sich als weltoffener Gastgeber präsentieren. Die Besucher werden hanseatische Traditionen hautnah erleben«, sagt Tourismusdirektor Matthias Fromm. Es gebe die Idee, dass etwa die Lübecker ihre Kogge mit Marzipan, die Herford mit Bier kommen oder die Braunschweiger mit Senf. Alleine an jenem Wochenende werden zu dem Spektakel rund 400 000 Besucher in Rostock erwartet.

Auch in der Universität sind die Planungen weit fortgeschritten. Eine zentrale Rolle dabei spielt das Matrikelbuch. Archivarin Angela Hartwig ist begeistert, wenn sie das dicke Buch aufschlägt: »Das ist Geschichte pur. Du weißt, 1419 haben sie das genauso in der Hand gehabt.« Im Matrikelbuch sind alle Studenten seit jenem Jahr, als die Universität gegründet wurde, registriert - bis zum Jahr 1760.

Rostock ist die älteste Universität im Ostseeraum und eine der ältesten in Europa. Mit diesem Gründungsdatum und dem Matrikelbuch können in Deutschland der heutigen Grenzen nur Heidelberg und Leipzig mithalten - und Heidelbergs Buch weist Lücken auf, betont Hartwig. So kann Rostock unter den Universitäten eine zentrale Rolle spielen, auch wenn sie mit rund 13 000 Studenten eher klein ist. Unirektor Wolfgang Schareck fiebert dem Jubiläumsjahr entgegen. »Es wird viele Kongresse von Fachgesellschaften geben, mehrere Publikationen erscheinen und Ausstellungen öffnen.« Auf eines wird er besonders stolz sein: Im Mai 2019 wird die Universität Gastgeber aller deutscher Rektoren bei der Hochschulrektorenkonferenz sein. Derzeit sind dort 268 Mitglieder verzeichnet. Zudem kündigte Schareck ein großes Sommerfest der ganzen Stadtgesellschaft und eine Festwoche im November 2019 an.

Die Hansestadt und die Universität gehen das Jubiläum unter dem Motto »Gemeinsame Geschichte, gemeinsame Zukunft« an. Wie Methling sagt, beeinflussen sich Stadt, Politik und Wissenschaft gegenseitig in vielerlei Hinsicht. Die Stadt sei sich mit der Universität durch die Jahrhunderte treu geblieben. »Der freie Austausch von Waren und Wissen über die Ostsee hinweg ist Garant für Wachstum und Wohlstand.« Ein Grund, dem Doppeljubiläum im Kulturhistorischen Museum 2019 eine gesonderte Ausstellung zu widmen.

Zum äußeren Zeichen des Ereignisses werden vom 1. Januar 2018 an alle 120 Ortsschilder den Namen »Hanse- und Universitätsstadt« tragen, berichtet Stadtsprecher Ulrich Kunze. Ebenfalls am 1. Januar wird in einer Feierstunde in der Marienkirche die Kalenderscheibe der historischen astronomischen Uhr aus dem Jahr 1472 ausgewechselt. Die Daten der jetzigen Scheibe umfassen die Jahre von 1885 bis 2017.

Eine weitere Ausstellung unter dem Titel »Experiment Zukunft« ist für April bis Juni 2019 geplant. Vorgesehen sind dafür 1800 Quadratmeter Ausstellungsfläche in der Kunsthalle Rostock und deren Außenbereich. Dabei stehen die Forschungsthemen der 2007 gegründeten Interdisziplinären Fakultät im Fokus, die interaktiv und multimedial einem breiten Publikum vermittelt werden sollen. dpa/nd

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