Von René Heilig
12.01.2017

Die Vögel (Part 2)

René Heilig über gefährliche Schwärmereien aus Pentagonlabors

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1963 kam Alfred Hitchcocks Thriller »Die Vögel« in die Kinos. Horror pur! Und nichts im Vergleich zu dem, was das US-Militär jüngst getestet hat. Man ließ einen Schwarm mit 103 Mikrodrohnen los. Sie seien, so das Pentagon, »ein kollektiver Organismus«, der ein dezentralisiertes Gehirn für die Entscheidungsfindung besitze. Mit dieser Art künstlicher Intelligenz geht man weit über das hinaus, was Kinokrähen andeuten. Auch ein Vergleich mit Heuschrecken verharmlost die neue Art Waffe.

Seit Jahren warnen Wissenschaftler insbesondere davor, dass Militärs sich der künstlichen Intelligenz bemächtigen. Die nämlich denkt nur in zwei Zeichen. Nach denen begreift und bewertet sie die Welt: Null und Eins. Da ist kein Bauchgefühl für Unrecht, da ist keinerlei Moral, keine Skrupel. Alles Menschliche ist solchen Schwärmen und anderen technischen Ausgeburten fremd. Und im Völkerrecht gibt es - so wie bei verwandten Cybermordwerkzeugen - nicht einmal den Ansatz für eine Verbotskonvention. Verteidiger solcher irgendwann menschenunabhängigen Technologien wenden ein, derartige Waffen seien doch viel humaner als alles, was in den vergangenen Jahren unter den Buchstaben A, B und C entwickelt und eingesetzt wurde. Denn: Man müsse Überlegenheit nicht mehr durch Massenmord erzwingen. Macht das Mord weniger kriminell?

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