12.01.2017

Erstes Konzert in umstrittener Elbphilharmonie gefeiert

Kosten von 77 auf 789 Millionen Euro gestiegen / LINKE: Eröffnung ist das i-Tüpfelchen auf einer »irren Verschwendungsgeschichte«

Elbphilharmonie

Hamburg. Sie soll an die Weltspitze der Konzerthäuser: Nach fast einem Jahrzehnt Bauzeit ist die Hamburger Elbphilharmonie am Mittwochabend eröffnet worden. »Ein Ort, an dem die verbindende, inspirierende und beglückende Kraft der Musik für alle spürbar wird«, erklärte Bundespräsident Joachim Gauck. Zu dem Festakt waren 2100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur gekommen - unter ihnen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die Elbphilharmonie dürfte für die meisten Hamburgern dagegen ein Mahnmal für eine gigantische Geldverschwendung sein. Die Kosten für das Prestigeprojekt stiegen für die Steuerzahler nämlich von 77 auf 789 Millionen Euro, hinzu kamen 57,5 Millionen Euro Spenden. Der Grundstein für den Bau an der Spitze der Hafencity wurde bereits am 2. April 2007 gelegt. Eigentlich sollte das Konzerthaus der Architekten Herzog & de Meuron, das neben dem großen Saal noch einen kleinen Konzertsaal, ein Hotel mit 244 Zimmern und 44 Eigentumswohnungen beherbergt, bereits vor sieben Jahren eröffnen. Die Linkspartei in der Hamburgischen Bürgerschaft kritisierte deshalb: »Die Luxus-Eröffnung ist das logische i-Tüpfelchen auf der irren Verschwendungsgeschichte der Elbphilharmonie.«

Doch davon wollte sich Olaf Scholz nicht die Stimmung vermiesen lassen. »Die Vor-Geschichte dieses Hauses war bis zu seiner Eröffnung lang und bewegt - deutlich länger und bewegter, als wir uns das alle gewünscht haben«, betonte der SPD-Politiker. Aber heute wolle man sich ausschließlich auf die vielen Musiker, die diesen Ort mit Leben füllen werden, freuen. »Die Konzerte des Eröffnungshalbjahres sind restlos ausverkauft.« dpa/nd

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