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Erfolg und Euphorie im WM-Land

In Frankreich ist Handball populär - das Nationalteam siegt zum Auftakt deutlich

  • Von Eric Dobias und Nils Bastek, Paris
  • Lesedauer: 2 Min.

Für Uwe Gensheimer ist die Sache klar. »Frankreich ist der ganz große Favorit, von dem aber auch nicht weniger als der Titel erwartet wird«, sagt der Kapitän der deutschen Handballer. Gensheimer weiß, wovon er spricht, schließlich spielt der Weltklasse-Linksaußen seit dieser Saison bei Paris St. Germain im Land des WM-Gastgebers. Und wie gut die Franzosen tatsächlich auch aktuell drauf sind, stellten sie direkt im Eröffnungsspiel unter Beweis. Gegen überforderte Brasilianer setzten sie sich am Mittwochabend in Paris klar mit 31:16 durch.

Die Euphorie in Frankreich war schon vorher riesig. »Die letzten Wochen gab es dort einen Medienhype. Teilweise gab es im Fernsehen eineinhalbstündige Talkshows nur zur Handball-WM. Die Franzosen freuen sich unheimlich auf die Weltmeisterschaft«, berichtet Gensheimer.

Schon vor dem Eröffnungsspiel des Rekordweltmeisters am Mittwochabend gegen Brasilien waren für das 30 Millionen Euro teure Turnier insgesamt 431 000 Tickets verkauft worden. Mehr als das Doppelte im Vergleich zur letzten Endrunde in Frankreich vor 15 Jahren. Dank der Erfolge - neben fünf WM-Titeln gewann die »Equipe tricolore« seit 1995 noch zweimal Olympiagold und dreimal den EM-Titel - ist der Handball in Frankreich eine große Nummer. Die Sponsoreneinnahmen haben sich allein in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht: Von drei Millionen auf neun Millionen Euro. »Unser Sport ist sehr attraktiv geworden«, sagt Jean-Pierre Feuillan, der für Marketing zuständige Verbandsvizepräsident.

Muss also nur noch der Titel her. »Alles, was wir jetzt brauchen, ist eine phänomenale Weltmeisterschaft«, sagt OK-Generaldirektor Edouard Donnelly. Dafür sollen vor allem die Altstars Nikola Karabatic (32), Daniel Narcisse (37) und Thierry Omeyer (40) sorgen. Für das Trio, das einst beim THW Kiel große Erfolge feierte, könnte es der letzte Karrierehöhepunkt sein. Die Motivation ist entsprechend: »Wir wollen bei unserer Heim-WM zeigen, dass wir noch die Besten sind«, sagt Karabatic. Narcisse, der schon vor 16 Jahren beim Triumph im eigenen Land dabei war, möchte dieses Gefühl noch einmal auskosten. »Eine Heim-WM zu erleben, ist etwas Außergewöhnliches«, sagt Narcisse. Auch Klassekeeper Omeyer durfte bereits 2001 die WM-Trophäe in die Höhe stemmen. »Wir haben schon viele Titel gewonnen. Aber vor heimischer Kulisse wäre es noch einmal etwas Besonderes«, erklärt Omeyer. Und er weiß: »Das ganze Land steht hinter uns.« dpa/nd

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