»Draußen: Elend. Hier: Ein Wunder«

Meetingpoint Messiaen in Zgorzelec richtet erstmals Festival aus / Bessere Finanzierung

  • Von Hendrik Lasch, Görlitz
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Es begann in einem Zelt. Am frostigen Abend des 15. Januar 2008 wurde in einem Wäldchen am Rande von Zgorzelec in Polen das »Quartett auf das Ende der Zeit« von Olivier Messiaen aufgeführt. Ein denkwürdiges Ereignis: An eben diesem Tag im Jahr 1941 war das Stück an gleicher Stelle uraufgeführt worden - in einer Baracke des Strafgefangenenlagers Stalag VIIIa, das die Nazis im damaligen Görlitzer Stadtteil errichtet hatten. Zu dessen 120 000 Insassen gehörte der französische Komponist Messiaen. Ein damals beteiligter Musiker, der Cellist Etienne Pasquier, beschrieb, wie die Musik den Gefangenen half, das Grauen zu ertragen: »Draußen: Nacht, Schnee, Elend. Hier: Ein Wunder.«

Das Stück wird seither an jedem Jahrestag aufgeführt - seit 2015 freilich im Konzertsaal eines neu gebauten Begegnungszentrums und an diesem Sonntag als Abschluss eines erstmals ausgerichteten dreitägigen Festivals, bei dem neben weiteren Konzerten auch ein Dokumentarf...


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