Der Fall Nenad M.

Sonderpädagogische Diagnostik ist in der Schule verzichtbar.

  • Von Brigitte Schumann
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Wie ist der schockierende Fall von Nenad M. zu erklären? Nenad kam mit seinen Eltern als Bürgerkriegsflüchtling und Angehöriger der Roma-Minderheit von Serbien nach Deutschland. Bei seiner Einschulung verfügte er über keinerlei Deutschkenntnisse. Aufgrund eines IQ-Tests wurde er von Sonderpädagogen als »geistig behindert« diagnostiziert und musste elf Jahre eine Sonderschule für geistige Entwicklung besuchen. Seine dringenden Bitten, auf eine für ihn geeignete Schule wechseln zu dürfen, wurden ignoriert. Stattdessen wurde sein Förderbedarf jährlich fortgeschrieben. Nur mit Hilfe von außen gelang ihm der Eintritt in ein Berufskolleg, wo er derzeit mit guten Erfolgsaussichten den Realschulabschluss anstrebt. Er will das Land NRW auf Amtspflichtverletzung und Schadenersatz verklagen, weil er aufgrund der falschen Diagnose jahrelang um sein Recht auf Bildung gebracht wurde. Ein neuer IQ-Test hat ihm bescheinigt, dass er das Potenzial eines...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.