Werbung

Etwas vertreten

Personalie

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Wer aufhören will, hört auf: Zack, Bumm, Schluss. Für gewöhnlich kündigt man der ohnehin desinteressierten Öffentlichkeit nicht großspurig zwei Jahre, bevor man mit dem Rauchen aufhört, an, dass man in exakt zwei Jahren gedenkt, mit dem Rauchen aufzuhören. Welchen anderen Sinn hätte das auch als den, die Weltöffentlichkeit auf die vermeintliche eigene Wichtigkeit aufmerksam zu machen. Doch der verdienstvolle linke Liedermacher und Sänger Hannes Wader, 74 Jahre alt, scheint sich dazu entschieden zu haben, Wind um seine Person zu machen. Soeben hat er seinen Abschied von der Bühne angekündigt. Auf seiner Homepage schreibt er: »Liebe Freunde, nachdem ich nun 50 Jahre lang on the road war, habe ich beschlossen, mich vom Tourneeleben zu verabschieden. Ich werde noch 38 Konzerte in diesem Jahr und eine letzte Tournee mit ca. 10 Konzerten im April 2018 machen.« Unmittelbar unter diesen Zeilen folgt der Hinweis auf die »Frühjahrstour 2017«, die den Protestsänger zwischen Februar und April durch Konzerthallen in ganz Deutschland führt (»Hier geht’s zu den Terminen«).

Waders Lebensweg kennt keine 180-Grad-Wendungen: eine Jugend im sozialdemokratischen Proletarierelternhaus, Student und Straßenmusiker, dann kämpferischer Sänger von Arbeiterliedern, 1977 Eintritt in die DKP, 1991 dann der Austritt. »Ich wollte irgendwo dazugehören und etwas vertreten«, sagte er, seine Parteimitgliedschaft betreffend, der »Süddeutschen Zeitung« vorletztes Jahr in einem Gespräch. Auf der Bühne wirkt Wader, der als seine Vorbilder Bob Dylan und Georges Brassens angibt, stets vergleichsweise uneitel. Auf die Frage, ob er sich für neue musikalische Trends interessiere, gab er vor einigen Jahren in einem Interview einmal die rundum schöne Antwort: »Ich bin überhaupt nicht offen für Neues, aber das hat mit meinem Alter gar nichts zu tun. Ich war noch nie offen.« Wodurch sich wiederum erklärt, wie ein sozialkritischer Chanson- und Folksänger heute ein stahlharter Traditionalist sein kann: Einmal Barde mit Klampfe, immer Barde mit Klampfe.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!