Das System der prallen Umschläge

Ermittlungen im Korruptionsskandal um brasilianischen Baukonzern richten sich auch gegen Politiker

  • Von Knut Henkel
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Die Zentrale des größten Baukonzerns Lateinamerikas steht in Salvador de Bahia, der drittgrößten Stadt Brasiliens. Neben dem an ein Schiff erinnernden Gebäude weht die brasilianische Flagge, davor ist der weiße Schriftzug »Odebrecht« auf rotem Grund in den Rasen eingelassen. Das Bauunternehmen, zu dem das petrochemische Unternehmen Braskem gehört, zählte einst zu den Vorzeigefirmen Brasiliens, baute Autobahnen in Peru, petrochemische Anlagen in Mexiko, Wasserkraftwerke in Argentinien und Ecuador. »Der Kontinent ist unser Kernmarkt außerhalb Brasiliens« lautet die Philosophie des Unternehmens, das noch im Juli 2015 Aufträge über 18 Milliarden US-Dollar in den Büchern stehen hatte. Derzeit dürften es deutlich weniger sein, denn viele Länder, in denen Odebrecht in den vergangenen Jahren öffentliche Aufträge erhalten hat, lassen untersuchen, ob alles mit rechten Dingen zuging.

Das wurde im Kontext des Vergleichs bekannt, der Anfang Januar ...

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