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Umweltamt fordert Kohleausstieg

Studie: Strukturwandel belastet Verbraucher kaum

Berlin. Das Umweltbundesamt (UBA) fordert rasche Vorbereitungen für den Kohleausstieg in Deutschland. »Es ist schon zu viel Zeit verstrichen«, sagte Behördenchefin Maria Krautzberger der »Süddeutschen Zeitung«.

Nach Erkenntnissen des UBA ließen sich bis 2030 die Emissionen der Energiewirtschaft halbieren, ohne dass Stromkunden dadurch stark belastet würden. Ein Gutachten der Behörde vergleicht dazu verschiedene Varianten. So könnten »durch einen ordnungsrechtlichen Ansatz oder eine Verhandlungslösung« bis 2030 drei Viertel aller Braunkohlekraftwerke stillgelegt werden. Auch ließe sich ein Höchstalter für Kraftwerke festlegen. Der Staat könnte zudem Emissionen verteuern.

In allen Varianten werde sich der Strompreis nur um 0,2 je Kilowattstunde verteuern, zitierte die »SZ« weiter. Für einen Durchschnittshaushalt seien das sieben Euro im Jahr. »Aus der Perspektive der Stromverbraucher ist es somit unerheblich, welches Instrument umgesetzt wird«, heißt es. Auch müsse bei keiner Variante Strom importiert werden - schließlich soll der Anteil Erneuerbarer bis 2030 wachsen, nach Regierungsplänen auf über 50 Prozent. In allen Fällen würden europaweit Emissionen sinken.

Um den schrittweisen Ausstieg ohne Strukturbrüche hinzubekommen, empfiehlt die Studie einen »nationalen Kohleausstiegsplan«, der entweder per Gesetz oder vertraglich festgelegt werden könnte. Rechtlich wären auch andere Varianten möglich. »Der Beschluss der Bundesregierung ist eindeutig: Die Kohleemissionen müssen sinken«, sagte Krautzberger mit Blick auf den Klimaschutzplan der Regierung.

Die Regierung hatte den Klimaschutzplan im November 2016 nach langem Gezerre beschlossen. Er enthält konkrete Vorgaben, wie viel Treibhausgas jeder einzelne Wirtschaftssektor wie etwa Verkehr und Landwirtschaft ab 2030 noch maximal ausgestoßen darf. Insgesamt soll Deutschland dann mindestens 55 Prozent weniger Treibhausgase verursachen als im Jahr 1990. AFP/nd

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