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»In der Weltspitze angekommen«

Jannik Kohlbacher über die Ziele bei der Handball-WM und seine persönliche Perspektive

  • Von Michael Wilkening
  • Lesedauer: 3 Min.

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Die deutsche Mannschaft ist erfolgreich ins Turnier gestartet. Wie fällt Ihr Fazit aus?
Wir hatten gegen Ungarn den erwartet schweren Gegner und haben da die Köpfe sehr zusammengesteckt, als wir nach der guten ersten Halbzeit eine schwächere Phase zu Beginn der zweiten hatten. Das war wichtig. Wir sind topfit und super eingespielt.

Wie fühlen Sie sich persönlich?
Ich fühle mich auch topfit und freue mich, hier dabei sein zu dürfen. Ich bin bereit, wie immer alles zu geben.

Vor einem Jahr bei der Europameisterschaft in Polen feierten Sie Ihr Debüt auf der großen Bühne, im Sommer schafften Sie den Sprung in den Olympiakader nicht. Wie beschreiben Sie Ihre Rolle in der DHB-Auswahl?
Im vergangenen Jahr in Polen war ich eher so der Unterzahlspezialist, um da meine Stärke im Eins-gegen-Eins auszuspielen. In diesem Jahr bin ich einer von zwei und eben nicht von drei Kreisläufern. In der Vorbereitung durfte ich immer die Hälfte der Spielzeit auf der Platte stehen. Ich habe in Wetzlar unter Kai Wandschneider in der Bundesliga immer 60 Minuten vorne und hinten gespielt und diese Weiterentwicklung in meinem Abwehrspiel hat Auswirkungen auf meine Spielanteile in der Nationalmannschaft.

War die Fortentwicklung in der Defensive der entscheidende Schritt?
Ja, auf jeden Fall. In eine Mannschaft kämpft man sich nun einmal am ehesten über die Abwehr. Dass ich diesen Schritt gemacht habe, ist mit Blick auf die kommenden Jahre umso wichtiger.

Mit welcher Zielsetzung gehen Sie in den weiteren Turnierverlauf?
Wir sind aufgrund der Leistungen der zurückliegenden Turniere in der Weltspitze angekommen, das kann man sagen. Frankreich ist beim Turnier im eigenen Land sicher der Favorit, aber das Halbfinale oder die Medaillenränge generell sind eine gute Zielsetzung.

Die Erwartungshaltung ist entsprechend von außen und innen gestiegen. Wäre das Verpassen des Halbfinales also eine Enttäuschung?
Wir sind hier hergefahren und wollen jedes Spiel gewinnen. Wir sehen uns als eine der besten fünf Mannschaften, und da will man an die Medaillen ran. Wenn wir es nicht ins Halbfinale schaffen, wäre das also eine Enttäuschung.

Sie spielen bei der HSG Wetzlar, die in den vergangenen Jahren für Spieler wie Tobias Reichmann oder Steffen Fäth ein Sprungbrett zu einem Topteam war. Wann sehen wir Sie bei einem großen Klub?
Es gibt immer noch den gleichen Stand wie vor einigen Wochen, als Gerüchte über einen Wechsel aufgekommen waren. Ich habe einen Vertrag bis 2018 in Wetzlar, und es gibt keine Neuigkeiten darüber hinaus.

Als junger und erfolgreicher Nationalspieler müssen Sie doch das Ziel haben, bei einem größeren Verein zu spielen?
Mein Vertrag läuft ja noch anderthalb Jahre, und man muss abwarten, wie die kommende Saison läuft. Grundsätzlich möchte ich schon mal den nächsten Schritt machen, um vielleicht in der Champions League oder dem Europapokal zu spielen und dann den nächsten Schritt in der Entwicklung zu nehmen.

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