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Hilfe möglich, bleibt aber aus

Organisationen zögern beim Zugang nach Aleppo / Bald mehr Wasser für Damaskus?

  • Von Karin Leukefeld
  • Lesedauer: 3 Min.

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Das Welternährungsprogramm, das Kinderhilfswerk UNICEF, das Koordinationsbüro für humanitäre Hilfe OCHA, die Weltgesundheitsorganisation und das Flüchtlingshilfswerk haben sich in einer Erklärung für Syrien-Hilfe stark gemacht. Sie forderten »sofortigen, bedingungslosen und sicheren Zugang, um Kinder und Familien zu erreichen, die landesweit von humanitärer Hilfe abgeschnitten sind«, hieß es in einem in Davos am Montag verbreiteten Appell. »Bis zu 700 000 Menschen, darunter 300 000 Kinder, sitzen noch immer in einer Falle.« Die Welt dürfe »nicht schweigen, während die Konfliktparteien weiterhin Nahrungsmittel, Wasser, medizinische und andere Hilfe als Kriegswaffen einsetzen«.

Das russische Verteidigungsministerium teilte derweil mit, dass die internationalen humanitären Organisationen sich mit Hilfe für die Menschen in Aleppo sehr zurückhielten. Der Sprecher des Ministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, sagte am Wochenende, der Osten von Aleppo und alle Zugangswege zur Stadt seien seit Mitte Dezember 2016 von Minen und Sprengstoffen gesäubert worden. Dennoch würden die internationalen Hilfsorganisationen nicht kommen, obwohl sie »mit Sicherheit wissen, dass die Straßen frei und sicher sind«. Auch UNICEF und OCHA seien informiert, »die wichtigsten UN-Organisationen, die Kindern und Familien helfen«.

Humanitäre Hilfe für die Menschen in Aleppo wird derzeit vom Russischen Koordinationszentrum (für die Versöhnung der verfeindeten Seiten in Syrien), vom Roten Kreuz und dem Syrischen Arabischen Roten Halbmond geleistet. Es werden Medikamente, Nahrungsmittel, Trinkwasser und warme Kleidung verteilt.

Unter dem Motto »Die Opfer von Aleppo nicht alleine lassen« hatte das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und internationale Zusammenarbeit kurz vor Jahreswechsel 15 Millionen Euro »vor allem für Evakuierte aus Aleppo-Stadt« zur Verfügung gestellt. Koordiniert wird die Hilfe von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, die ein Verbindungsbüro in der türkischen Stadt Gaziantep unterhält. Das Geld wird für Projekte in »den Regionen Aleppo, Idlib und Hama« eingesetzt. Wer in Syrien die Koordinationspartner sind, blieb offen.

Die innersyrischen Versöhnungsanstrengungen konnten derweil einen weiteren Erfolg verzeichnen. Unter Vermittlung von russischen Offizieren des Koordinationszentrums für Versöhnung erklärten Hunderte Kämpfer im Barada-Tal sich bereit, ihre Waffen niederzulegen und bereitstehenden Reparaturteams der Regierung den Zugang zu den Quellen des Barada-Flusses und der Fijeh-Quelle zu gewähren. Bereits am Freitag konnten die Reparaturarbeiten an den beschädigten Pumpanlagen der Fijeh-Quelle beginnen. Die Techniker zeigten sich optimistisch, die Wasserversorgung für fünf Millionen Menschen in Damaskus rasch wieder herstellen zu können.

Der Preis für die innersyrischen Versöhnungsgespräche ist hoch. Viele Aktive örtlicher Versöhnungskomitees haben ihren Einsatz mit dem Leben bezahlt. Am Samstag wurde Ahmad al-Ghadban, ein pensionierter Offizier der syrischen Streitkräfte, der wesentlich zur Versöhnung im Barada-Tal beigetragen hatte, ebenfalls erschossen. Ghadban, der aus der Nähe der Fijeh-Quelle stammt, war es gelungen, eine Vereinbarung zwischen Armee und Kampfgruppen herbeizuführen. Getötet wurde er auf dem Rückweg von einem Treffen mit den Kampfgruppen. Die Täter werden bei Jabhat al-Fatah al-Sham oder Ahrar al-Sham vermutet. Beide Gruppen hatten sich bis zuletzt geweigert, den Quellenzugang freizugeben.

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