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Die Lieder des Winters

Esther Kinsky

  • Von Björn Hayer
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Und immer vernimmt der Leser dieselben Rufe. Sie beginnen mit »mein herz« und verlieren sich in Landschaften der Trauer - »wie wird’s/ um mich geschehen in anbetracht/ der unpaarigen dinge/ ringsum«, fragt sich das lyrische Ich, geworfen in eine bedrohliche, winterstarre Außenwelt. Mit Sentiment und Lakonie führt uns Esther Kinsky in ihrem Lyrikband »Am kalten Hang« in eine melancholische Seelenlandschaft. Statt dem utopischen Aufbruch, den sie noch in »Aufbruch nach Patagonien« (2012) proklamierte, beherrscht nun die unerfüllte Sehnsucht die Stimmung: »liebliches/ hält sich noch fern/ auf unbestimmte zeit«.

Um nicht auf der Stelle im Schnee zu versinken, bleibt dem Subjekt nur die Wanderschaft, die poetische Suchbewegung nach einem warmen und behaglichen Ort. Menschenleere, von Tristesse gezeichnete Weiten muss es durchlaufen, um hier und da auf Vogelspuren oder Überbleibsel vergangenen Lebens zu treffen. Was bleibt? Eine abgefallene D...


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