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Bildung und sogar Hochschulbildung schützen heute in Deutschland keineswegs mehr ausreichend vor Armut. »Das war bei mir anders, aber ich habe Glück gehabt«, erklärte Christoph Butterwegge, als er sich am Dienstag in Potsdam im Landtag vorstellte. In Gegenwart von Abgeordneten der LINKEN, aber auch vereinzelt von SPD und Grünen, sagte der Kölner Armutsforscher, er habe als Sohn einer alleinstehenden Mutter studieren können, sei danach aber auch arbeitslos geworden, bis er einen Weg hin zum Hochschulprofessor gefunden habe. Heute dagegen seien selbst im Niedriglohnbereich drei Viertel der Betroffenen mit einer ordentlichen Berufsausbildung ausgestattet, elf Prozent sogar mit einem abgeschlossenen Hochschulstudium.

Während sein Gegenkandidat Frank-Walter Steinmeier (SPD) die These des Kölner Instituts für Wirtschaft übernommen habe, wonach seit der Einführung von Hartz-IV die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland nicht weiter auseinander gegangen sei, komme er zu einem ganz anderen Befund, so Butterwegge. Unter Bezug auf das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin konstatierte er: seit 1990 hätten die Bundesregierungen die Reichen entlastet und die Armen weiter belastet, Deutschland stehe heute vor einer sozialen Zerreißprobe. Nicht zuletzt die aufbrechenden sozialen Unterschiede seien der Nährboden für den Erfolg rechtsorientierter Parteien. Diese Kluft erweitere sich zur Krise für die Demokratie. »Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich nicht in das Schloss des Bundespräsidenten einziehe, erwarte ich, das Frank-Walter Steinmeier diese Fragen anpackt.« Butterwegge schilderte die Groteske, dass sich viele arme US-Amerikaner Rettung von einer Regierung versprechen würden, die aus Milliardären bestehe. winei

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