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Als die USA die Aufnahme von Flüchtlingen verweigerten

Über 900 Juden auf der St. Louis baten 1939 um Asyl in den USA - Die Behörden schickten das Schiff zurück, viele der Passagiere wurden von den Nazis ermordet

  • Von Alexander Isele
  • Lesedauer: 2 Min.

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Ob sich Donald Trump bewusst war, dass er am internationalen Gedenktag an den Holocaust Flüchtlingen per Dekret die Einreise in die USA verbot? Für die nächsten vier Monate lassen die USA keine Flüchtlinge mehr ins Land, Syrer gar auf unbestimmte Zeit nicht.

Das Holocaust-Gedenkmuseum der Vereinigten Staaten in Washington, D.C. zeigt zahlreiche Beispiele, wie die Vereinigten Staaten noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs zahlreiche jüdische Flüchtlinge an der Einreise hinderten. Viele von ihnen wurden später von den Nazis ermordet. Der Pädagoge Russel Neiss erinnerte am vergangenen Freitag mit einer Aktion auf Twitter an einen dieser Fälle.

Am 13. Mai 1939 verließ die St. Louis den Hamburger Hafen, um 937 Juden nach Kuba zu bringen. Doch die kubanischen Behörden widerriefen die Einreisegenehmigungen. Der damalige Präsident Kubas, Frederico Laredo Bru, befahl der Besatzung, den Hafen in Havanna und die kubanischen Gewässer zu verlassen. Von Havanna versuchte das Schiff Miami zu erreichen, allerdings hinderten die US-Behörden das Schiff an der Landung und zwangen es, Kurs zurück nach Europa zu nehmen. Von Deck konnte man da bereits die Lichter von Miami sehen.

Das Holocaust-Gedenkmuseum in Washington, D.C. listet die Schicksale von 254 der Passagiere auf, die in Europa von den Nazis getötet wurden. Unter dem Twitter-Name St. Louis Manifest veröffentlichte Neiss am 27. Januar im Fünf-Minuten Takt die Namen der Passagiere, die von den Nazis ermordet wurden, und wo sie umkamen. Dazu steht bei jedem der Tweets: Die USA haben mich 1939 an der Grenze zurückgewiesen.

Die Aktion sei nicht politisch geplant gewesen, sagte Neiss gegenüber »CNN«. »Meine Motivation war vor allem, die Erinnerung an die Personen wachzuhalten.« Allerdings sei es unmöglich, die gegenwärtige politische Realität zu ignorieren. An einem Tag, an dem Trump die amerikanischen Tore für Flüchtlinge schließen ließ.

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