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Mehr Arbeit, auch für die Agentur

Steigende Beschäftigtenzahlen / Qualifizierung soll Chancen auf gutes Einkommen erhöhen

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Die positive Wirtschaftslage macht sich weiterhin auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. 8,2 Prozent der Brandenburger (108 034) waren nach Zahlen der Arbeitsagentur ohne Job. Saisontypisch ist die Quote um 0,7 Prozentpunkte gegenüber Dezember 2016 angestiegen. Im Jahresvergleich ist die Arbeitslosigkeit allerdings um einen Prozentpunkt gesunken. Auch die Entwicklung in der Hauptstadt ist positiv. 182 502 Berliner (9,8 Prozent) waren im Januar als arbeitslos gemeldet, 0,6 Prozentpunkte mehr als im Dezember, aber 0,9 Prozentpunkte weniger als im Januar 2016. Hoch ist nach wie vor die Unterbeschäftigung. Diese eingerechnet, allerdings ohne Kurzarbeiter, lag die Arbeitslosenquote in Berlin bei 13,2 Prozent, in Brandenburg bei 10,6 Prozent, Im Jahresvergleich gab es einen Rückgang um jeweils etwa einen halben Prozentpunkt.

»Das ist der beste Stand in Berlin seit dem Jahr 2000«, sagt Bernd Becking, neuer Chef der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Arbeitsagentur. Er hat zu Jahresbeginn die Nachfolge der langjährigen Vorsitzenden der Geschäftsführung, Jutta Cordt, angetreten. Cordt wechselte an die Spitze des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). »Wir haben die Plätze getauscht«, sagt Becking. Er selbst leitete bis September die für sieben Bundesländer zuständige Region Nord des BAMF.

Mit Flüchtlingen wird er auch weiterhin viel zu tun haben, schließlich steht die Integration in den Arbeitsmarkt erst ganz am Anfang. Am Geld wird es seiner Meinung nach nicht scheitern. 570 Millionen Euro stehen in Berlin, 300 Millionen Euro in Brandenburg für die sogenannte aktive Arbeitsmarktpolitik dieses Jahr bereit, genau so viel wie 2016. »Wir werden dabei alles tun, um Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge nicht gegeneinander auszuspielen«, sagt Becking. Schließlich seien die Probleme auch in gewisser Weise vergleichbar. Fast die Hälfte aller Berliner und knapp ein Drittel aller Brandenburger Langzeitarbeitslosen haben keinen Berufsabschluss.

Für die wichtigste Qualifikation - Deutsch lernen - gebe es in Berlin und Umland genug Kapazitäten, so Becking. »Im berlinfernen Brandenburg fehlen allerdings Sprachlehrer«, sagt der Regionalchef. Das verzögere die Integration.

Die rund 9000 arbeitslosen Geflüchteten zwischen 15 und 25 Jahren in Berlin werden von den Jugendberufsagenturen betreut. Die jüngste wurde erst im November 2016 in Neukölln eröffnet. Genau wie andere Jugendliche sollen die jungen Geflüchteten zu Berufsabschlüssen hingeführt werden. »Zu 80 Prozent werden Fachkräfte gesucht, nur 20 Prozent der Stellen sind für Hilfsarbeiter geeignet«, nennt Becking den einfachen Grund. Die Hauptstadt - ohne nennenswerte verarbeitende Industrie - habe einfach wenig Aufnahmefähigkeit für Hilfskräfte.

»Nachhaltige Beschäftigung nicht nur bei Flüchtlingen erhalten wir nur über Qualifizierung«, sagt Becking. Für besonders geeignet hält er dabei die in Verhandlungen mit der Berliner Industrie- und Handelskammer in einzelne Module zerlegten Berufsausbildungen. Acht Berufsabschlüsse, darunter in der Umzugs-, Abfall- und Sicherheitsbranche können so Schritt für Schritt erreicht werden. »Das bietet Chancen für Menschen, die eine Ausbildung nicht auf einen Hub schaffen«, so Becking.

Um noch mehr Jugendliche für eine Berufsausbildung zu gewinnen, könnte Becking - selbst Amateurschiedsrichter - sich eine Zusammenarbeit mit dem Berliner Fußballverband vorstellen. »Viele haben eine Profikarriere vor Augen, kommen aber nicht oben an und haben dann kein gutes Leben.«

Sorgen bereitet ihm die Digitalisierung. »Mein Gott, da werden die Anforderungen an die Menschen immer höher«, stöhnt Becking. Er wird Antworten finden müssen.

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