Hans-Dieter Schütt 13.02.2017 / Kultur

Mit Kurt Marti ist ein aufrüttelnd sanfter Dichter verstorben

Schweizer Lyriker und Pfarrer starb im Alter von 96 Jahren

Robert Walser sprach von den Wegen am Abend, denen man ansah: Es sind Heimwege. Im Alter ist dies wohl wie eine letzte Arbeit: die Heim-Suchung. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes …

Der Berner Dichter und Pfarrer Kurt Marti zum Beispiel, er hat vor einiger Zeit »Spätsätze« veröffentlicht. Gedankensplitter. Sie erzählen vom »Abendleben« – und von drei Buchstaben, die eines letzten Tages herausfallen aus diesem Wort, wie haltlos gewordene Zähne. Aus Abendleben wird nämlich: Ableben. »Wer kein Heim mehr hat, geht in ein Heim. Was tut er dort? Wartet auf seinen Heimgang.« Berührende Heiterbitterkeit eines so weltbewussten wie selbstironischen Erdengastes, Jahrgang 1921.

Martis letzte Reflexionen waren feinste Verlustregungen. Beobachtungen im Nachlassen, im Loslassen. Und im Verlassensein. »Seitdem die täglich und nächtlich vertraute Zwiesprache aufgehört hat, schwinden mein Wortschatz und mein Ausdrucksvermögen.« Klare, unsen...

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