Die Internetwelt bei der Bahn mit Grenzen

Neu bei der Deutschen Bahn seit 1. Januar 2017

Wlan
Die Deutsche Bahn strebt an, dass in ihren rund 250 ICE-Zügen ein stabiler Internet-Zugang zum Standard wird - auch in der 2. Klasse.

Was will die Bahn anders machen als bisher?

Sie stattet die drahtlosen Funknetze (WLAN) ihrer rund 250 ICE derzeit mit einer modernen Technik aus. Dabei werden alle Mobilfunknetze an einer Bahnstrecke genutzt. Das Steuerungssystem greift auf die jeweils schnellsten Netze (LTE, UMTS) zu und kann die Kapazitäten mehrerer Netzbetreiber bündeln. Bislang wurde nur das Telekomnetz angezapft.

Worin bestehen die Probleme bei der Datenverbindung aus einem Zug?

Der schnelle Wechsel der Funknetze bei bis zu Tempo 300 mit bis zu 800 Fahrgästen pro ICE, die gleichzeitig ins Internet wollen, sind eine schwierige Aufgabe. Das neue System verteilt die vorhandene Bandbreite möglichst gerecht auf alle Passagiere, wobei Fahrgäste der 1. Klasse einen Tempovorteil beim Surfen haben und keine Drosselung befürchten müssen.

Wie schnell und wie viel kann man das Internet nutzen?

In der 2. Klasse liegt die Datenrate laut Bahn bei unter einem Megabit pro Sekunde, in der 1. Klasse bei über einem Megabit pro Sekunde. Für Fahrgäste der 2. Klasse gilt ein Datenlimit von 200 Megabyte (MB) pro Tag und Gerät - auch dann, wenn man mehrere Züge benutzt.

Was ist damit möglich?

Mit dieser Datenmenge lassen sich bei einer mehrstündigen Fahrt problemlos E-Mails auch mit Anhängen senden und empfangen, man kann chatten und Seiten im Internet aufrufen. Wer sich allerdings Videos ansieht, hat das Limit schon nach einigen Minuten erreicht. Sobald die Grenze von 200 MB erreicht ist, wird die Verbindung langsamer, das Tempo soll aber nach Auskunft der Bahnexperten noch deutlich über 128 Kilobit pro Sekunde liegen.

Kann man Volumen zukaufen?

Man will erst mal Erfahrungen sammeln. Wenn es technisch möglich erscheint, will man später eine Speed-on-Option anbieten, also mehr schnelles Internet für einen Extrapreis.

Was kann den Internet-Nutzer ausbremsen?

Insgesamt soll der Internet-Zugang im ICE deutlich schneller und stabiler werden als bisher. Es gilt aber auch: Je mehr Geräte am zuginternen WLAN hängen, desto geringer die Bandbreite für jeden Einzelnen. Hinzu kommt: Die Deutsche Bahn ist von den Funknetzen entlang der Strecken abhängig. Die sind unterschiedlich stark. Zehn Megabit pro Sekunde sieht die Bahn als minimale Bandbreite an, um allen Fahrgästen noch eine halbwegs komfortable Internetverbindung ermöglichen zu können. An 15 Prozent der ICE-Strecken werde das jedoch auch mit der neuen Technik nicht erreicht.

Was ändert sich beim Telefonieren?

Der Abbruch von Telefonaten in ICE und Intercitys soll künftig die Ausnahme sein. Dafür installiert die Bahn in 3750 ICE- unter Intercity-Wagen neue Signalverstärker (Repeater) für den Mobilfunk. In einem ersten Schritt werden bis Sommer 2017 in den Handybereichen der ICE die alten Repeater durch neue ersetzt. Bis Ende 2018 sollen die übrigen Wagen folgen.

Neu ist, dass die Fahrgäste dank der Repeater den Internet-Datentarif ihres eigenen Anbieters nutzen können. Sie haben so außer dem Bahn-WLAN eine Zusatzmöglichkeit zum Surfen. Repeater sind zum Datenaustausch für Handys nötig, weil die Außenhüllen der Fernzüge nahezu undurchlässig für Mobilfunksignale sind. dpa/nd

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