Werberat rügt sexistische Reklame

Gerüstbauer und Reifenhändler fallen mit ihrer Werbung durch

Auch im neuen Jahr ist der Deutsche Werberat vor sexistischer Reklame nicht gefeit. Und erneut macht ein aus Hannover stammender Gerüstbauer auf sich aufmerksam. Gerügt wurde in diesem Fall eine »comicartige Bildgeschichte«, welche »Frauen als Lustobjekte für Männer« darstelle und »allein auf ihr Äußeres reduziert«, lautet die Begründung. So überschreite dieser »Herrenwitz in der Werbung […] das Maß dessen, was in der öffentlichen Werbung als zumutbar anzusehen« sei, heißt es in der Pressemitteilung.

Das Unternehmen wies die Vorwürfe unterdessen in einer Stellungnahme zurück und betonte, allein der Betrachter hätte über die Reklame zu urteilen. Dies sei vom Werberat in seiner Entscheidung berücksichtigt worden. Das gewählte Stilmittel der Satire könne jedoch nicht über die Herabwürdigung von Personen hinweg täuschen, hieß es daraufhin.

Die Gerüstbau GmbH aus Hannover fiel bereits öfters beim Werberat wegen ihrer PR durch und sorgte zuletzt wegen zweier homophober und sexistischer Plakate für einen Sturm der Entrüstung. Auf einem der besagten Plakate bediente sich die Firma etwa des Klischees einer männerhassenden Lesbe mit kurzgeschorenen Haaren, während eine jüngere und eine ältere Frau einen (Achtung kreativer Wortwitz) gut gebauten Gerüstbauer anhimmelten.

Auf einem weiteren Plakat präsentiert sich die Firma in Form dreier Mitarbeiter, die sabbernd auf die Oberweite einer Frau – deren Kopf wiederum nicht auf dem Plakat zu sehen ist – starren. Auch hier ist das Ganze unterschrieben mit dem Werbespruch der Firma: »Einfach gut gebaut.« Alle Plakate sind im selben Comicstil des Unternehmens gehalten.

In einem weiteren Fall erteilte der Werberat einem Reifenhändler eine Absage, der ebenfalls mit sexistischer Reklame auf sich aufmerksam zu machen versuchte. »Der Werberat beurteilte mit den Beschwerdeführern diese Art der Blickfangwerbung als sexistisch, zumal es keinerlei Bezug zu den beworbenen Produkten und Dienstleistungen gäbe«, heißt es. Eine Stellungnahme des Unternehmens blieb bislang aus. nd

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