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Für ein attraktives Drehkreuz

Fraktionen in der Bezirksverordnetenversammlung fordern eine Wiederbelebung des Bahnhofs Lichtenberg

Das Bahnhofsareal bietet an vielen Stellen ein vernachlässigtes Bild: Leerstand, Dreckecken, weniger Verbindungen und schlechter Service. Die Rede ist vom Bahnhof Lichtenberg, der seit der Schließung des DB-Reisezentrums Ende vergangenen Jahres einen immer traurigeren Anblick bietet. Viele halten die Schließung des Reisezentrums für den bislang traurigen Höhepunkt auf einer langen Abwärtsspirale, weil die einst wichtigste Bahnstation im Osten Berlins ohne einen Schalter für Fernfahrkarten auskommen muss.

»Für die Lichtenbergerinnen und Lichtenberger ist dieser Bahnhof aber nach wie vor ein wichtiges Drehkreuz, das es zu erhalten und zu verbessern gilt«, sagt Kevin Hönicke, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Lichtenberger Bezirksverordnetenversammlung (BVV).

Seine Fraktion gab den Anstoß für eine öffentliche Diskussion zu diesem Thema. Sie stellte einen BVV-Antrag, in dem das Bezirksamt unter anderem aufgefordert wird, »gemeinsam mit der Deutschen Bahn, dem Berliner Fahrgastverband IGEB, dem VBB, dem Senat und gemeinsam mit Bürgern Möglichkeiten zu erörtern, wie der Bahnhof für Reisende attraktiver gestaltet werden kann.«

Das Anliegen unterstützen inzwischen auch die anderen Fraktionen. »Der Bezirk muss sich mit der Deutschen Bahn an einen Tisch setzen, damit der Bahnhof wiederbelebt wird«, sagt der Lichtenberger Linksfraktionsvorsitzende Norman Wolf. Seine Idee: Denkbar wäre beispielsweise die Einrichtung eines interkulturellen Begegnungszentrums, das auch an die Geschichte dieses Ortes anknüpft, vielleicht mit Ausstellungen durch osteuropäische Künstler.

Hönicke ergänzt: »Der Abwärtstrend darf nicht nur aufgehalten, sondern muss ins Positive umgekehrt werden.« Dies könnte aus seiner Sicht durch eine weitere Aufwertung des Umfeldes und einer intensiveren Nutzung des Bahnhofs für Fernverbindungen nach Osten geschehen. »Wichtig ist jetzt die gemeinsame Suche nach tragfähigen Ideen«, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Zunächst wird jedenfalls die Beschlussvorlage im Ausschuss für Öffentliche Ordnung, Verkehr und Bürgerdienste diskutiert.

Auch die Deutsche Bahn erklärt auf nd-Nachfrage, sie sei mit der derzeitigen Situation am Bahnhof Lichtenberg nicht zufrieden und bemühe sich um eine Verbesserung. »Wir arbeiten aktiv an einer Neuvermietung der Leerstände im Empfangsgebäude - im Sommer vergangenen Jahres wurde unter anderem die Fundsachenstelle vom Bahnhof Zoologischer Garten nach Lichtenberg verlegt«, erklärt DB-Sprecher Gisbert Gahler. Außerdem wolle man den Ort durch »Sonderreinigungsmaßnahmen« - unter anderem betreffe das den Deckenbereich in der Empfangshalle - aufwerten. Zu einer besseren Atmosphäre würden ebenso saisonale Dekorationen beitragen.

Für 2019 kündigt Gahler zwei Baumaßnahmen an: Das betreffe die Errichtung eines neuen behindertengerechten Aufzugs aus der Zwischenebene des U-Bahnsteigs auf den Regionalbahnsteig. Zudem werde die Lautsprecheranlage überarbeitet.

Der DB-Sprecher sagt weiterhin, der Bahnhof Lichtenberg wäre nach wie vor ein wichtiger Knoten- und Umsteigepunkt für alle ÖPNV-Angebote. Und notwendiger Ausweichstandort für Umleitverkehre. Täglich nutzen rund 48 000 Fahrgäste diesen Ort. Zu den Zielen zählen unter anderem Templin, Strausberg, Ahrensfelde, Potsdam, Wartenberg, Spandau, Werneuchen und Kostrzyn.

Inzwischen gab es erste Gespräche zwischen der DB und dem Fahrgastverband IGEB, der bereits Räume im Bahnhof nutzt, zu einer Neuansiedlung. So gibt es Überlegungen, das S-Bahnmuseum, das bislang seine Ausstellung im Umspannwerk Griebnitzsee zeigte, nach Lichtenberg zu verlagern. Das Museum könnte in eine ehemalige Fastfood-Filiale im Bahnhof Lichtenberg ziehen. Entschieden sei allerdings derzeit noch nichts.

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