Von Martin Kröger

Berliner AfD-Politiker will Bau von Asylunterkunft verhindern

Abgeordnete Andreas Wild organisiert Kundgebung, Infostand und »Parkwache« wegen Baumfällung in Lankwitz

Andreas Wild (Afd) im Abgeordnet...
Andreas Wild (Afd) im Abgeordnetenhaus von Berlin. Bei der Bundestagwahl will er ein Direktmandat in Neukölln erringen.

Der parkartige Charakter des Grundstücks soll trotz der erforderlichen Baumfällungen erhalten bleiben. »Auch der Abstand der neuen Gebäude und die Anordnung der Freiflächen nimmt Rücksicht auf die Nachbarbebauung«, heißt es in einer Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vom Freitag. Nach der Erteilung der Fällgenehmigungen durch das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf soll ab Montag auf dem als Bauland ausgewiesenen Grundstück in der Lankwitzer Leonorenstraße der Bau der neunten modularen Flüchtlingsunterkunft für 21,3 Millionen Euro begonnen werden. Die Unterkunft auf einem Grundstück, das zuvor von Vivantes erworben wurde, soll im Januar 2018 bezugsfertig sein.

Das Bauvorhaben und die Baumfällungen will der AfD-Abgeordnete Andreas Wild verhindern. Für diesen Samstag hat der Rechtsaußen eine Kundgebung angemeldet. Außerdem will er offenbar die Baumfällung behindern. »Immerhin haben wir drei Leute für die Parkwache, fünf für den Infostand und zwei für handfestere Maßnahmen«, heißt es in einer Mail Wilds zu den Aktionen. Auf nd-Nachfrage sagt Wild, dass es dabei »nicht um gewalttätige Sachen« gehe, sondern eine »Störung des Ablaufs«. Man wolle wie bei »Emil und die Detektive« wissen, wenn jemand kommt.

»Damit zeigt die AfD erneut ihr wahres Gesicht«, sagt der LINKEN-Abgeordnete Hakan Taş. »Wir wissen, dass solche Leute gegen Menschen hetzen wollen, die bei uns Schutz gefunden haben, dagegen müssen wir uns gesellschaftlich wehren.« Aus Sicht der Linkspartei sind die modularen Unterkünfte nicht ideal, aber deutlich menschenwürdiger als das, was es bisher gibt.

Im nd-Shop

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken