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Feindbild nicht nur der Konservativen

Lena Tietgen über die wachsende Kritik an den »Gender Studies«

Die US-amerikanische Philosophin Judith Butler ist die bis heute maßgebliche Theoretikerin der sogenannten Gender Studies. Butler schaffte mit diesem theoretischen Ansatz den akademischen und intellektuellen Rahmen für ein politisches Erstarken ansonsten vernachlässigter soziokultureller Gruppen. Ihre Prämisse des konstruierten Geschlechts wirft auch den Blick auf Identitäten. Wie Foucault greift Butler gesellschaftliche Machtverhältnisse an und fordert einen gesellschaftskritischen Diskurs. Sie hinterfragt die Existenzen soziokultureller Gruppen und Identitäten. Hieraus den Vorwurf einer ausgrenzenden Identitätspolitik zu stricken, verdreht Butlers Aussage. Mehr noch. Der Vorwurf, der in jüngster Zeit häufiger zu vernehmen ist, rückt Judith Butler und die »Gender Studies« in eine fatale Nähe rechter Gedanken.

Ein böser Mechanismus, der nicht von ungefähr in den letzten Jahren Schule macht. Denn durch Neoliberalismus und Digitalisierung werden bestehende soziokulturelle Zuordnungen angegriffen und aufgelöst. Dies hat zur Folge, dass immer mehr Menschen um immer weniger Arbeitsplätze konkurrieren. Eine Konkurrenz, die nicht einfach abgebaut werden kann, so dass durch alle Schichten Ab- und Ausgrenzungslinien neu austariert werden. In diesem Prozess schwingt sich das reaktionäre bis konservative Klientel gerne auf, kritisches Denken zum Feindbild zu erklären.

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