Von Andreas Fritsche

Angriffe alltäglich

Andreas Fritsche 
über Attacken auf Asylheime und Flüchtlinge nicht nur in Brandenburg

dpa/Britta Pedersen

Traurig aber wahr. Übergriffe auf Asylheime und auf Flüchtlinge sind so alltäglich geworden, dass sie inzwischen nur noch selten die Schwelle zur Wahrnehmung in der Öffentlichkeit überspringen. Es wird nicht mehr über jeden einzelnen Fall berichtet, teilweise nicht einmal mehr auf den Lokalseiten der Zeitungen. Das fällt erst auf, wenn es mal wieder eine Statistik gibt. Die neueste Aufstellung aus Brandenburg zeigt: Es hat in diesem Bundesland allein im vierten Quartal vergangenen Jahres 63 Übergriffe gegeben, darunter ein Mordversuch, ein versuchter Totschlag und acht gefährliche Körperverletzungen.

Vereinfacht gesagt: Ein Zündeln am Asylheim erregt schon keine Aufmerksamkeit mehr, solange das Gebäude deswegen nicht niedergebrannt ist oder zumindest lichterloh in Flammen gestanden hat.

Warum? Weil wir uns an etwas gewöhnt haben, woran man sich nicht gewöhnen sollte. Es ist ganz natürlich, dass in einer Welle der Gewalt der Einzelfall gleichsam untergeht. Aber es ist schrecklich und es darf nicht dazu führen, dass wir die Opfer vergessen, dass uns die Zustände gleichgültig werden. Das müssen wir uns täglich bewusst machen.

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