Institutsbesetzung: HU stellt Strafantrag

Die Studierenden beenden die Besetzung, halten aber einen Raum zur Selbstorganisation / Universitätsleitung droht mit Räumung

Humboldt Universität

Berlin. Auch nach dem offiziellen Ende der Besetzung eines Instituts kehrt an der Berliner Humboldt-Universität (HU) keine Ruhe ein. Die Uni hat am Freitag Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gestellt, wie HU-Sprecher Hans-Christoph Keller der Deutschen Presse-Agentur sagte. Es geht um einen Raum am Institut für Sozialwissenschaften (ISW), den Studierdene weiter nutzen wollen - die HU verlangt jedoch die Freigabe. Per Twitter baten die Studierenden ihre Unterstützer, vorbeizukommen - der Raum sei «akut räumungsbedroht».

In einer Stellungsnahme forderten die Studierenden die Universitätsleitung dazu auf, die «Aneignung eines selbstverwalteten Raumes hinzunehmen. »Zu einer kritischen Studierendenschaft gehören nicht zuletzt Räume, in denen sie sich organisieren kann. Sofern kein anderer, geeigneter Raum zur Verfügung gestellt wird, erklären wir, den Raum 004 im ISW selbstverantwortlich und selbstorganisiert zu halten.«

Die vierwöchige Besetzung hatte aus Protest gegen die Kündigung des über eine Stasi-Affäre gestolperten Andrej Holm durch die HU begonnen. Der parteilose Stadtsoziologe, der gegen die Verdrängung von Menschen mit weniger Geld aus ihren Stadtteilen eintritt, war von der Linken als Bau-Staatssekretär in den neuen rot-rot-grünen Senat entsandt worden. Wochenlang wurde danach über falsche Angaben Holms zu seiner Stasi-Vergangenheit diskutiert. Nachdem Holm Fehler eingeräumt hatte, nahm die HU die Kündigung zurück. nd/dpa

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