Die Entdeckung der Arbeiterklasse

Kanzlerkandidat Martin Schulz will die SPD vom Agenda-2010-Image befreien - zumindest ein wenig

  • Von Markus Drescher
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Die Agenda 2010 - der Geruch des arbeits- und sozialpolitischen Kahlschlagprogramms aus Schröder-Zeiten - hängt den Sozialdemokraten bis heute an wie der Gestank eines Hundehaufens, in den man getreten ist. Um den üblen Duft des Arbeiterverrats ein wenig loszuwerden, zumal soziale Gerechtigkeit in diesen Wahlkampfzeiten zumindest rhetorisch wieder en vogue ist, rückt der Umfragenkönig der SPD, Martin Schulz, etwas von der Agenda-Politik ab. »Auch wir haben Fehler gemacht«, erklärte Schulz am Montag auf einer SPD-Arbeitnehmerkonferenz in Bielefeld. Konkret geht es ihm um die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I, die er verlängern möchte, wie er in Bielefeld und zuvor schon der »Bild«-Zeitung sagte. Wie das konkret aussehen soll, erklärte er nicht. Auch gegen »sachgrundlose Befristungen« von Arbeitsverhältnissen sprach sich Schulz aus.

Die Reaktionen auf Schulz’ Einlassungen fiele...

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