Mehr Spektakel, mehr Event!

Multiplexkinos haben sich zu Unterhaltungspalästen mit einfallsreichem Rahmenprogramm entwickelt, das oft Geschlechterklischees bedient.

  • Von Britta Steinwachs
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Irgendwo zwischen klobiger und majestätischer Ästhetik ist es meist angesiedelt, und immer häufiger ragt es an zentralen Orten deutscher Klein- und Großstädte aus der Masse umliegender Gebäude heraus: Das Multiplexkino bleibt trotz Smart-TV, Serienboom und Gaming Technologie ein Anlaufpunkt für eine breite Masse. Mit ihrem gradlinigen Design aus Stahl und Glasfassade erstrahlen die cineastischen Paläste in vielen Stadtbildern selbstbewusst und markant. Dabei erinnern sie äußerlich nicht zufällig an die architektonischen Vorlieben der Mächtigen. Die Glückstempel tragen stets die kapitalistischen Verheißungen des Konsums in sich und erinnern an das bedingungslose Fest, das das Leben sein will; eng getaktet zwischen Personalgespräch, Überstunden und Wäsche waschen. Mit dem Eintritt in die Kinowelt ist die Realität für ein paar Stunden nach draußen verbannt. Brav angeleint, dennoch nie ganz außer Sichtweite - wie ein treuer Schoßhund, der ...


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