Bundesweit einmalige Giftgasfalle?

Riesige Rüstungsaltlast in Lüneburger Heide vermutet

  • Von Hagen Jung
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die Lunge wird verätzt, dann erstickt der Mensch bei vollem Bewusstsein: So wirkt der chemische Kampfstoff Phosgen. Ihm sind die meisten der rund 90 000 Gastoten des ersten Weltkriegs anzulasten. Ebenfalls eingesetzt, zuerst von deutschen Truppen, wurde in jener Zeit das Hautgift Lost, auch Senfgas genannt. Es verursacht schwere Gewebeschäden, betroffenen Gliedmaßen droht die Amputation. Werden Lost-Dämpfe eingeatmet, zerstören sie die Bronchien, führen zum Tod.

Große Bestände dieser Giftwaffen sind nach Ende des zweiten Weltkriegs bei Munster in der Lüneburger Heide in dem mittlerweile zugekippten Dethlinger Teich »entsorgt« worden - wie harmloser Müll. Vermutet werde »eine bundesweit einmalige Rüstungsaltlast«, konstatiert der Heidekreis. Er und das Niedersächsische Umweltministerium haben jüngst vereinbart, das betroffene Areal gründlich untersuchen zu lassen. Rund 2,9 Millionen Euro wird das kosten, zwei Millionen davon trägt das La...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.