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BER-Querelen ohne Ende

Nach einer fünfstündigen Sitzung vertagt sich der Aufsichtsrat / Mühlenfeld bleibt Chef

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Ohne eine abschließende Entscheidung hat sich der Aufsichtsrat der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag getrennt. »Der Aufsichtsrat hat seine Sondersitzung nach ergebnisoffener Diskussion unterbrochen«, erklärte die Flughafengesellschaft in einer äußerst dürren Pressemitteilung. Und: »Die Beratungen werden am Montag, 6. März 2017, fortgesetzt.« Kein Wort zu den Inhalten der Diskussion oder angedachten Lösungen für die schwelende Führungskrise an der Spitze der Flughafengesellschaft.

Der wegen der Entlassung des alten und der Einsetzung eines neuen Technikchefs beim Flughafengroßprojekt schwer in der Kritik stehende Vorsitzende der Flughafengesellschaft, Karsten Mühlenfeld, bleibt damit vorerst im Amt. Dem Vernehmen nach scheiterte die vom Land Berlin sowie dem Bund geforderte Absetzung Mühlenfelds am Widerstand des Mitgesellschafters Brandenburg. Nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen hatte Berlin vorgeschlagen, dem Flughafenkoordinator der Senatskanzlei, Engelbert Lütke Daldrup, vorübergehend die Geschäftsleitung zu übertragen. Dies hätten die vier Vertreter Brandenburgs im Aufsichtsrat abgelehnt, hieß es am Donnerstag. Zuvor hatten auch Vertreter der großen Fluggesellschaften vor einem Rauswurf Mühlenfelds gewarnt.

Die Bundesländer Berlin und Brandenburg (jeweils 37 Prozent) und der Bund (26 Prozent) sind gemeinsame Eigentümer der Flughafengesellschaft, die den neuen Großflughafen BER in Schönefeld bauen will. Nach dem sich vor kurzem erneute Verzögerungen bei dem Milliarden-Euro-Projekt abzeichneten, hatte Mühlenfeld am vergangenen 23. Februar für viele überraschend den technischen Leiter Jörg Marks entlassen und stattdessen den ehemaligen Bahn-Manager Christoph Bretschneider eingesetzt. Den Personalwechsel vollzog Mühlenfeld, obwohl die Eigner des Flughafens und auch der FBB-Aufsichtsratschef, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) dagegen waren. In der Sondersitzung des Aufsichtsrats wurden deshalb auch erwogen, den geschassten technischen Leiter zurückzuholen, der bislang nur freigestellt wurde.

Kritiker wie der unabhängige Flughafenexperte Dieter Faulenbach da Costa werten den Rauswurf Marks als glatte »Sabotage«. »Da wird der als Hoffnungsträger geholte Fachmann gefeuert und die Fehler der Vergangenheit wiederholt«, sagte Faulenbach da Costa mit Blick auf die Entlassung der Planer nach der gescheiterten Eröffnung im Jahr 2012 dem »neuen deutschland«. Aus Sicht des Flughafenexperten haben die Verantwortlichen am BER den Überblick über den Stand der Bauarbeiten verloren. »Sie wissen nicht, was fertig ist und wenn ja, in welchem Zustand das ist.« Die jüngste Verschiebung der Eröffnung musste wegen nicht funktionsfähigen Sicherheitstüren und einer zu klein dimensionierten Sprinkleranlage vollzogen werden. Oder wie es die BER-Geschäftsführung im letzten Rundbrief ausdrückte: »Der BER ist eine komplexe Sanierung im Bestand ohne saubere planerische Grundlage.«
Ob Mühlenfeld die Leitung auf längere Sicht behält, bleibt abzuwarten. Am Montag könnte die Ablösung doch noch vollzogen werden, die nötige Mehrheit dafür soll im Aufsichtsrat vorhanden sein.

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