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DroNova ging gen Westen

Vom Schlecker-Nachfolger blieb im Erzgebirge wenig

  • Von Michael Bartsch
  • Lesedauer: 3 Min.

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Heiko Ernst, Mittfünfziger und gelernter Landmaschinenschlosser, klingt nicht mehr so heiter wie noch vor zweieinhalb Jahren. Seine Drogerie im erzgebirgischen Raschau nahe Schwarzenberg gibt es nicht mehr. Ende 2015 musste die Ernst GmbH Insolvenz anmelden. Ein Jahr zuvor herrschte noch Aufbruchstimmung. Mit der neuen Drogeriekette DroNova versuchte Ernst, in die Lücken zu stoßen, die die Schlecker-Pleite hinterlassen hatte. Rund 40 »Schlecker-Frauen« fanden in den 15 Filialen in Sachsen und Brandenburg eine Weiterbeschäftigung. Gemeinsam mit der ehemaligen österreichischen Schlecker-Managerin Marija Brnas plante Ernst sogar eine Westausdehnung.

2017 haben sich die Verhältnisse umgekehrt. DroNova gibt es noch, mit 18 Filialen in Westdeutschland und nur drei im Osten, davon zwei im Erzgebirge. »DroNova geht es gut«, behauptet Geschäftsführerin Brnas. Ansonsten will sie keine Auskunft geben, weder zum bevorstehenden Schlecker-Prozess noch zu den Geheimnissen, wie der Zwerg im Preiskampf der Giganten überleben kann. Auch zu Heiko Ernst und den Umständen seines Ausscheidens ist nichts zu erfahren. Denn der ist nach der Insolvenz seiner GmbH kein Partner mehr, sondern Angestellter seiner Frau, die die DroNova-Drogerie im erzgebirgischen Thum betreibt.

»Damals waren wir noch hoffnungsvoll«, sagt er rückblickend auf 2014. In ähnlicher Weise hatte er 1991 den Beruf gewechselt und seiner Frau geholfen, eine Drogerie der DDR-Handelsorganisation HO zu übernehmen und zu retten. Ernst war vor drei Jahren klar, dass er wie alle anderen auch das Standardsortiment anbieten muss. Regionalprodukte und ostalgische Relikte wie die »Nautik«-Seife brachten eine eigene Note. Mitarbeiterinnen sollten ganz individuell Kunden bedienen und beraten, weshalb er nur sehr selbstständige Verkäuferinnen übernahm.

Letztlich hat auch das nicht getragen. Die Startbedingungen waren schon schwierig genug. An einen Kredit kam man erst sehr spät, mit den Lieferanten gab es große Probleme. Ernst meinte 2014, mit der Hamburger Drogeriekette Budnikowsky eine gute Lösung gefunden zu haben. Doch das familiengeführte Unternehmen hat selber zu kämpfen, was den gleichen Hauptgrund hat, den Ernst für sein Scheitern benennt. »Der Drogeriemarkt hat sich seit dem Ende von Schlecker massiv verändert«, konstatiert er. Vor allem die Riesen dm und Rossmann konkurrieren alles nieder. »Im Vergleich zu vor fünf Jahren sind die Preise für viele Produkte um die Hälfte oder mehr gefallen«, stellt er resigniert fest.

Seine Erkrankung und die besonderen Umstände im strukturschwachen Erzgebirge taten ein Übriges. Beispielhaft nennt er das Verkaufs-Überangebot im Osten bei geringerer Kaufkraft und die stärkere Auswirkung des Mindestlohnes. Das DroNova-Experiment sei insgesamt nicht gescheitert, »aber Wachstum gibt es hauptsächlich im Westen«. Die ehemaligen Schlecker-Frauen mussten wieder entlassen werden. »Doch der alte Holzmichel lebt noch«, scherzt der Erzgebirgler mit einem Anflug von Sarkasmus.

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