Christian Stappenbeck 06.03.2017 / Kultur

Die Memme ist maskulin

Sprachregelung macht noch keine Gleichberechtigung

Mark Twain war äußerst erbittert über die deutsche Grammatik. Jahrelang hatte er versucht, diese vertrackte Sprache zu erlernen; im Unterschied zu seiner Frau gelang es ihm nicht. »Jedes Substantiv hat ein Geschlecht [gender], und die Zuweisung erfolgt ohne Sinn und System ...«, klagte er. Man brauche ein Gedächtnis wie ein Elefant, um bei jedem Wort zu wissen, ob der, die oder das richtig ist.

Der, die und das - diese Zeichen für drei verschiedene Kästchen, worin unsere Hauptwörter einsortiert sind - haben es in sich. Sachen, z. B. die Rübe, liegen im femininen Kästchen, Bezeichnungen für Frauen können »sächlich« sein: das Mädchen, das Weib. »Im Deutschen hat eine junge Dame kein Geschlecht [no sex im Original], eine weiße Rübe hingegen schon«, konstatierte Twain. »Man beachte, welch überspannte Hochachtung vor der Rübe darin zum Ausdruck kommt und welch schnöde Respektlosigkeit gegenüber dem Mädchen.« (siehe »Die schreckliche de...

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: