Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Lachen Sie doch mal!

Personalie

In ihrer filmischen Hommage an das Fernsehen und den Grimme-Preis erklären die Filmemacher Dominik Graf und Martin Farkas, um was es beim Fernsehen zu gehen hat. In der Schlussszene von »Es werde Stadt« (2014) zeigen sie den jungen Rod Stewart, der in einem Hamburger Hinterhof singt. Voller Pathos heißt es dann, beim Fernsehen gehe es »um Freiheit, um Offenheit, um Vernichtung von Bürokratie und Funktionärsideologie, um Vermischung von Avantgarde und Popularität, es geht schlicht und einfach um die Verbesserung der Welt.«

Schnitt! Und jetzt zurück zur Realität des Jahres 2017. Am Mittwoch wurde der renommierteste deutsche Fernsehpreis zum 53. Mal vergeben. Eine der Auszeichnung ging an den Comedian Oliver Polak für sein vierwöchiges Kurzzeit-Gastspiel auf Pro 7. Der 40-Jährige gab in »Applaus und Raus« den Moderator und lud sich Gäste ein. Wer ihn langweilte, wurde kurzerhand rausgeworfen. So einfach gestrickt kann Fernsehunterhaltung sein. Pro 7 wollte damit die Lücke füllen, die der Abgang Stefan Raabs bei den Einschaltquoten des Senders hinterlassen hatte.

Schon damals hatte es Kritik an Polak und dem Sendeformat gegeben. Vor allem der Twittername @GastoderSpast, mit dem die Sendung in den sozialen Netzwerken beworben und der auch mehrfach als Hashtag benutzt wurde, stieß auf Protest. Polak, der vor einigen Jahren mit seinem Programm »Ich darf das - ich bin Jude« durch die Lande tourte, verteidigte diese Anspielung auf Menschen mit spastischer Lähmung, die umgangssprachlich oft als Beleidigung verwendet wird, sinngemäß damit, dass jede Randgruppe ein Recht darauf habe, dass man über sie Witze mache, und er fügte hinzu, auch die der Depressiven, zu der er selbst gehöre.

Die Mehrheit der Grimme-Jury sah das genauso und zeichnete den Sohn eines Holocaust-Überlebenden und einer Russin mit einem Preis in der Kategorie Unterhaltung aus. Zwei der sieben Jury-Mitglieder distanzierten sich allerdings mit Verweis auf den Twitter-Namen von der Entscheidung.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln