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Frauen haben Brüste

Abgebügelt

  • Von Paula Irmschler
  • Lesedauer: 3 Min.

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Nachdem Ben Affleck im Film »Gone Girl« nackt zu sehen war, gab es einen riesigen Shitstorm gegen den Schauspieler. Dass Zac Efron sich ständig oberkörperfrei ablichten lässt - ein Skandal für Fans und Kritiker. Die Nacktheit eines Kanye West in seinen Musikvideos ist ein stetiger Affront gegen unsere Sitten. Immer wieder wird diskutiert, wie man diese Männer noch ernst nehmen soll, wenn sie sich nicht bedecken. Wieso sollte man, wenn sie sich selbst objektifizieren, noch an Legitimität von Rechten für Männer glauben?

Das ist alles so natürlich nicht geschehen. Was geschehen ist, ist, dass letzte Woche eine Frau für das Zeigen ihrer Brüste harte Kritik einstecken musste. Es geht um Emma Watson, die durch die Verfilmungen von Harry Potter und ihr beeindruckendes Engagement für feministische Belange bekannt ist. Sie ließ sich ablichten für das Magazin Vanity Fair. Grund für die Angriffe auf sie: Ein Porträt, auf dem sie ein luftiges Oberteilchen trägt. Sogar die prüde Facebook-Zensur wäre hier lockerer als die Barrikadengänger - man sieht nicht mal Nippel.

Die weibliche Brust kann wohl nichts anderes als eine Provokation sein. Sie muss versteckt werden, wenn sie nicht zum Zwecke der Männererregung sichtbar sein kann. Immer wieder sind Leute empört, wenn in der Öffentlichkeit Frauen ihre Babys damit füttern. Emma Watson hat die ihre nicht aus einem Erotikmotiv für die Männermeute ausgepackt. Das Bild von ihr ist kein gefälliges, betont sexy Foto. Es zeigt eine junge, selbstbewusste Frau mit ihrem Körper, wie er eben ist. Daran will Gefallen finden, wer eben mag.

Nun scheint es aber so zu sein, dass Leute allein von der Vermutung, dass Feministinnen auch Sex haben können und wollen, schockiert sind. Im Feminismus sollen Sex und Körperschau selbstbestimmt sein, und damit hat man Probleme. Das führt dazu, dass es schon Sport geworden ist, an private, intime Celebrityfotos mittels Datenklau zu kommen (aktuelles Beispiel: Lena Meyer-Landrut). Gebt ihr uns den Körper nicht freiwillig, verschaffen wir uns eben selbst Zugang dazu, scheint die Devise in den entsprechenden Typen-Foren.

Für Watson hagelte es aber auch verstärkt aus feministischer Ecke Kritik. Eine, die sich gegen Objektifizierung von Frauen einsetzt, macht sich jetzt nackt? Unverständnis. Dabei enttarnen diese Feministinnen leider, wie sie der Gleichung weiblicher Körper = Sex auf den Leim gegangen sind. Feministin ist man wohl nur, wenn man, was als weiblich konnotiert ist, ablegt, um ein richtiger Mensch zu werden, sprich Mann.

In einer Zeit, in der Typen, die nachweislich Frauen angegriffen haben, Oscars gewinnen oder Präsident der USA werden, ist der einzige Skandal doch tatsächlich, dass Frauen Brüste haben.

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