Tobias Riegel 16.03.2017 / Kultur

Fassbomben und Kulleraugen

Im Kino: Der Dokumentarfilm »Die letzten Männer von Aleppo«

Ein Bagger beseitigt am 03.02.2017 in Aleppo, Syrien, die Trümmer eines zerstörten Fahrzeugs.

In dem Dokumentarfilm »Die letzten Männer von Aleppo« gibt es kein Gestern und kein Morgen. Es gibt nur ein diffuses Jetzt, und selbst das wird nicht auf einen konkreten Zeitpunkt festgelegt. Der Zuschauer erfährt nicht, wann und wo und von wem die hier beklagten Bombenangriffe ausgeführt werden, zu den die im Film porträtierten Rettungssanitäter von den »Weißhelmen« dann eilen. Selbstverständlich erfährt man erst recht nicht, gegen wen sich diese Bomben richten und wie es überhaupt dazu kam, dass syrische Großstädte von westlich hochgerüsteten Gotteskriegern besetzt sind.

Das direkte und informationslose Hineinwerfen des Zuschauers in eine Trümmerstadt mag im ersten Augenblick irgendwie »authentisch« erscheinen und auch die Unwissenheit der von der Außenwelt abgeschnittenen Protagonisten spiegeln - ein Erkenntnisgewinn stellt sich aber nicht ein. Und das ist mutmaßlich auch so gewollt. In diesem Film wird nicht mit gebührender Di...

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: