Werbung

Faktenzwang

Uwe Kalbe zum Flüchtlingsdeal mit der Türkei als politischer Realität

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Ein Jahr gibt es nun den Deal mit der Türkei, die versprach, der EU die Flüchtlinge vom Leib zu halten. Fast ebenso lange droht Ankara mit Kündigung, um seinen Interessen Nachdruck zu verleihen. Und auch die Warnungen, sich von Erdogan nicht erpressen zu lassen, werden von Argumenten gegen den Deal begleitet.

Und doch: Was brächte eine Kündigung außer neuem Chaos und Missklang im Wettbewerb der schrillen Töne? Zwischen zwei und drei Millionen Menschen sind in der Türkei gestrandet. Die EU hat längst Tatsachen geschaffen. Menschen werden an der griechischen und der bulgarischen Grenze zurückgeschickt, wenn sie den Landweg wählen, die Balkanroute ist versperrt. Zur See ist die NATO zum »Schutz der EU-Außengrenze« in Stellung gegangen, in Griechenland harren die Menschen seit Monaten in Hotspots aus, die offenbar nicht einmal »Lager« zu nennen sind.

Was würde geschehen, wenn der Vertrag gekündigt würde? Die betroffenen Menschen würden vermutlich bleiben, wo sie sind. Wenn ihnen nicht in gleichem Moment die EU-Grenzen geöffnet würden, dürfte sich ihre Lage weiter verschlechtern, denn Ankara erhielte keine Gelder mehr. Vielmehr sollte die EU darauf achten, dass diese auch fließen und so eingesetzt werden, dass Kinder in den Lagern der Türkei nicht arbeiten müssen, weil das erbärmliche Leben ihrer Familien keinen anderen Ausweg lässt. Vielleicht wäre es Zeit für ein neues Abkommen mit Ankara. Eines, das die Betroffenen nicht zur Verhandlungsmasse degradiert, sondern Perspektiven gibt.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!