Von Olaf Standke

Wenn die Army mit Kirche gegen den US-Präsidenten kämpft

Olaf Standke über Trumps Pläne, Entwicklungsgelder zu kürzen

Trump meint, Entwicklungshilfe z...
Trump meint, Entwicklungshilfe zu kürzen sei eine gute Idee.

In den USA ist es nicht alltäglich, dass fortschrittliche Kirchenleute und hochrangige Militärs außenpolitisch an einem Strang ziehen. Präsident Donald Trump hat jetzt mit seinem ersten Budgetentwurf dafür gesorgt. Nicht nur Vertreter evangelikaler und römisch-katholischer Kirchen und Verbände haben sich gegen die vorgesehenen drastischen Streichungen bei internationalen Hilfsprogrammen ausgesprochen, auch 120 frühere Generäle und Admirale kritisieren die Pläne der Trump-Regierung.

Der Haushaltsentwurf sieht für das Außenministerium und die staatliche Entwicklungshilfsorganisation USAID 2018 Kürzungen um 28 Prozent auf 25,6 Milliarden Dollar vor, wobei man die Mittel künftig an der »strategischen Bedeutung« der Empfängerländer orientieren will. Dagegen soll der Rüstungsetat um zehn Prozent erhöht werden, das sind satte 54 Milliarden Dollar. Zugleich würden die Zahlungen für UN-Programme zur Abfederung des Klimawandels eingestellt werden.

Weltweit gingen rund 800 Millionen Menschen jeden Abend hungrig zu Bett; 65 Millionen Menschen seien auf der Flucht und brauchten dringend Hilfe und Hoffnung, während die Vereinigten Staaten mit Wohlstand und Ressourcen gesegnet seien, schreiben die Kirchenvertreter in einem offenen Brief an den Kongress. Trump aber fehlt anscheineinend jegliche Empathie - aber offensichtlich auch strategischer Verstand. Denn die Ausgaben für den Auswärtigen Dienst und die Entwicklungshilfe, so die erfahrenen Militärs, seien von grundlegender Bedeutung bei der Konfliktvermeidung und damit »essenziell« für die Sicherheit der USA. Und die liegt dem Präsidenten doch angeblich so am Herzen.

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