Durch die Nacht mit Telemann

Die Aequinox-Musiktage in Neuruppin sind eine bravouröse Kulturleistung und allerbestes Stadtmarketing

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Das muss man sich mal vorstellen: An einem Samstagabend bewegen sich hunderte Menschen durch die brandenburgische Kreisstadt Neuruppin; in kleinen Gruppen, jede einem anderen Plan folgend, durchqueren sie das Stadtzentrum. Der Grund: Georg Philipp Telemann, der Barockkomponist.

Die Teilnehmer sind nicht etwa Mitglieder eine Geheimloge, die den Schutz der Dunkelheit suchen - nein, es sind Gäste des Aequinox-Festivals, das jedes Jahr im März, zur Tag-und-Nacht-Gleiche, in Neuruppin stattfindet. Fast fünf Stunden lang lernen sie bei der spätabendlichen musikalischen Schnitzeljagd immer neue Facetten des aus Magdeburg stammenden Komponisten kennen, an dessen 250. Todestag in diesem Jahr erinnert wird. Galerie, Atelier, Schule, Stadtkantine, Blumenladen, Buchgeschäft, Museum, Tischlerei: Zwischen solchen Orten eilen die Beteiligten hin und her; das Ganze hat etwas von »Trimm dich« mit Kulturanteil. Selbst Ortsansässige werden danach üb...


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