Martin Hatzius 21.03.2017 / Kultur

Gegenwärtigkeit ist eine Legende

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse ist Clemens Meyers neuer Erzählband erschienen: »Die stillen Trabanten«

Ein alter Mann sitzt auf einer Bank an der Strandpromenade und sieht im Meer, was außer ihm niemand sieht.

Clemens Meyer wird grantig, wenn er sich ins falsche Licht gerückt sieht. Zwar ist er keiner jener Autoren, die die Öffentlichkeit scheuen. Sobald er aber Lunte riecht und spürt, dass er vor irgendeinem Mikrofon als Betriebsnudel in Besitz genommen und im Palavertopf weich gekocht werden soll, beharrt er cholerisch auf seinem Beruf und seiner Berufung. Ein Künstler sei er! Ein Literat! Die Sprache zähle, der Inhalt, der Stil. Sonst nichts! Alles Lauwarme, Abwiegelnde ist diesem Leipziger Schriftsteller so fremd wie seinen Büchern. Es fällt leichter, ihn sich im Boxring vorzustellen als hinter dem Hochschulpult der Goethe-Universität.

Genau dort aber stand er im Sommersemester 2015. Schon die Buchfassung seiner Frankfurter Poetikvorlesungen (»Der Untergang der Äkschn GmbH«) lässt keinen Zweifel daran, dass es sich bei diesem Auftritt keineswegs um einschläferndes Dozieren, vielmehr um einen performativen Höllenritt durch die Litera...

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: