Unerhört lebendig

Franz Liszts »Präludium und Fuge über B-A-C-H« im Konzerthaus

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

An Besucherinnen und Besuchern fehlte es nicht. Die sitzen sonst im Werner-Otto-Saal, dem angestammten Veranstaltungsort der Reihe »2 x hören«. Diesmal saßen sie dort, wo sonst stufenweise die Orchestermusiker sitzen, auf der Bühne des Großen Saals des Konzerthauses, und füllten auch vordere Teile der Ränge. Das Dirigentenpult war weggeräumt, stattdessen gut sichtbar der Orgeltisch der hauseigenen Jehmlich-Orgel aufgestellt. Das Instrument wurde 1984 im wiedererrichteten Schauspielhaus eingeweiht und hat seither beste Dienste geleistet.

Jung der Mann, der sich dransetzte, neben ihm der Registrant und Notenumwender. Dann Musik: Franz Liszts »Fantasie und Fuge über B-A-C-H«. Monumental, dies Opus. Experimentell durch und durch. Eine Art Versuchsanordnung, mit Signaturtönen radikal neu umzugehen. Mit Pedalarbeit fortissimo eröffnet es, tief die Register. B-A-C-H-Motivik, engräumig gesetzt, sequenz- und kettenförmig fortgesponnen, sod...

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