Selbstbeweis von Schönheit

Für Inge Keller: Eine Gedenkmatinee am Deutschen Theater Berlin

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Ich bin, also ist Schönheit.» Der Satz ist von Peter Hille, dem leicht schmuddeligen Friedrichs᠆hagener Dichtergenie um 1900, der schon mal in Kellern hauste und seine mobile Habe (Zettel!) immer bei sich trug. Dennoch, ein Selbstbeweis von Schönheit, den er sich schriftlich zu führen entschied. Worte sind schön, dann, wenn sie etwas auf besondere Weise ausdrücken! Was hat der bedeutende Clochard Hille mit der bedeutenden DT-Schauspielerin Inge Keller zu tun, von ihrer Enkelin Pauline Knof, sechsunddreißig Jahre alt und Schauspielerin in Wien, anlässlich dieses Sonntagvormittag-Erinnerns an Inge Keller die «bestangezogene Oma» genannt, die man sich denken kann? Nichts, alles.

So also sitzen wir wieder, wie in den letzten zehn oder zwanzig Jahren (die letzten drei, vier Jahre nicht mehr, da war sie zu krank, um aufzutreten), bei einer Sonntagsmatinee im Deutschen Theater, dem Theater, in dem sie länger als ein halbes Jahrhundert ge...


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