Millionen Chilenen fordern ein faires Rentensystem

Gewerkschaften kritisieren Reformpläne von Präsidentin Bachelet als unzureichend

  • Von Malte Sewerth, Santiago de Chile
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Chile hat am Wochenende die größten Proteste seit dem Ende der Diktatur von Augusto Pinochet (1973- 1990) erlebt. In dieser neoliberalen Ära wurde ein bis heute gültiges Rentensystem eingeführt. Es dient dazu, Unternehmen mit frischem Kapital auszustatten, während ein Großteil der Bevölkerung mit Renten weit unter dem Existenzminimum auskommen muss. Nun gab es nach einer langen Sommerpause wieder landesweite Proteste gegen das privatisierte Rentensystem. Aufgerufen hatte ein Gewerkschaftsbündnis, das sich eigens für diese Proteste gegründet hat. Die OrganisatorInnen fordern ein Ende des individuellen, nicht-solidarischen Rentensystems, in das ArbeiterInnen obligatorisch zehn Prozent ihres sowieso schon geringen Gehaltes einzahlen müssen.

Dazu kommt, dass die Pensionskassen in den letzten Jahren regelmäßig Verluste machten und diese direkt an die ArbeiterInnen übertragen haben, wodurch sich deren Erspartes bis auf die Hälfte verrin...


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