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Jet-Suche im Mittelmeer

Russisches Forschungsschiff ortete versunkene Flugzeuge der »Kusnezow«

Kriegswichtig wurde die »Admiral Kusnezow« nicht, als sie vor der Küste Syriens kreuzte. Im Herbst vergangenen Jahres hatte sich der Flugzeugträger aus dem nördlichen Murmansk auf den Weg gemacht, um die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad bei der Rückeroberung des Ostteils von Aleppo zu unterstützen. Während der zweimonatigen Mission seien von dem Schiff Angriffe auf 1252 terroristische Ziele geflogen worden, bilanzierte der russische Oberbefehlshaber in Syrien Andrej Kartapolow den Einsatz. Doch das war mehr Propaganda denn Wahrheit. Die Mannschaft der »Kusnezow« war mehr mit den Tücken der eigenen Technik befasst. Wegen Problemen mit der Fanganlage stürzten zwei teure Kampfflugzeuge der russischen Marine ins Meer.

Nach den Unfällen hatte Moskau das modernste ozeanographische Forschungsschiff, die »Jantar«, ins Absturzgebiet vor der Nordostspitze Zyperns geschickt. Das Schiff suchte dort seit Dezember nach dem Wrack der MiG 29K sowie der ebenfalls verloren gegangenen Suchoi Su-23. Möglichkeiten zur Bergung sollten geprüft werden.

Die »Jantar« ist nicht irgendein Schiff. Sie wurde als Projekt 22010 vom St. Petersburger Designbüro Almaz zur militärischen Tiefseeforschung entwickelt und in Kaliningrad gebaut. Im Sommer 2015 übernahm die Nordflotte das Schiff, doch es bleibt dem Chef der Marine direkt unterstellt. Eigentlich ist es dafür gedacht, der russischen Atom-U-Boot-Flotte neue Wege zu bahnen. Zugleich hofft man dank der »Jantar« nicht wieder so hilflos zu sein, wenn eines der Boote - wie im Jahr 2000 die »Kursk« - nicht mehr auftauchen sollte.

Vor wenigen Tagen nun verkündete die russische Marine, das Schiff habe die Flugzeugwracks gefunden. In etwa eintausend Metern Tiefe. Eine vollständige Bergung komme aber nicht in Betracht. Wohl aber werde man mit einem der Tauchboote sensible Ausrüstung bergen. Warum? Man traut offenbar militärischen Mitbewerbern um die Herrschaft im Mittelmeer alles zu. Was auch nicht falsch ist. Schließlich hat die CIA im Kalten Krieg sogar ein spezielles Bergungsschiff bauen lassen, um ein 1968 nordwestlich von Hawaii versunkenes sowjetisches konventionelles U-Boot samt seiner Nuklearraketen aus rund 5000 Metern Tiefe zu bergen. Das gelang 1974 auch teilweise und diese Aktion gilt als Meisterstück der CIA.

Alles lief unter dem Tarnnamen »Azoria Projekt«. Der US-Geheimdienst hatte den skurrilen US-Millionär Howard Hughes gebeten, das Schiff bauen zu lassen, um damit angeblich auf dem Meeresgrund nach Manganknollen zu suchen. Es habe sich bei der Operation um »eine Mischung aus James Bond, Jules Verne und Weltraum-Odyssee 2001« gehandelt, schrieb das US-Magazin »Newsweek« Jahre später, als der Coup aufflog. Die CIA hat angeblich die sechs gefundenen Matrosenleichen - eingenäht in Segeltuch und zu Klängen der sowjetischen Nationalhymne - den Wellen übergeben. Ein Film soll das belegen. Den hat der damalige CIA-Direktor Robert Gates 1992 dem russischen Präsidenten Boris Jelzin gezeigt, heißt es. Erst im Sommer 2015 hatte man mit der Verschrottung des Schiffes begonnen.

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