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Im Eistanz um Olympia zittern

Deutsche Eiskunstläufer sichern sich bei den WM in drei Disziplinen Startplätze für 2018

  • Von Britta Körber, Helsinki
  • Lesedauer: 3 Min.

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Sprungkünstler Yuzuru Hanyu staunte über sich, die Konkurrenten und die rasante Entwicklung des Eiskunstlaufs. »Es wird schwer sein, bei Olympia zwei saubere Programme abzurufen«, sagte der Japaner nach seinem zweiten Weltmeistertitel und kündigte zugleich an, ein fünftes Element vierfach auf das Eis zaubern zu wollen. »Aber man muss auch das gesundheitliche Risiko bedenken«, meinte der 22-jährige Eislaufstar in Helsinki, wo die Preisrichter elfmal die Höchstnote zehn zückten.

Die Hatz nach vierfachen Sprüngen ist so dominant geworden, dass kein Europäer oder Amerikaner mit der Elite mithalten konnte. Erstmals gab es ein Podium mit drei Asiaten. Hanyu ist nun für 2018 klarer Favorit auf seinen zweiten Olympiasieg.

Sogar Titelverteidiger Javier Fernandez aus Spanien versagten die Nerven, er wurde nach einem Sturz nur Vierter. »Die Asiaten sind von ihrem Körperbau schon prädestiniert für diese Entwicklung zu immer schwierigeren Programmen«, sagte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU).

Er war heilfroh, dass Paul Fentz einen deutschen Quotenplatz für die Winterspiele im Februar 2018 sicherte - mit dem 20. Rang allerdings den letzten Startplatz. Während der 24-Jährige in den Katakomben über den kleinen Achtungserfolg bei seiner ersten WM jubelte, forderte Dönsdorf schon eine Leistungssteigerung.

Zwar gelangen Fentz in seiner Pink-Floyd-Kür zwei vierfache Toeloops, dringend muss nun aber der Salchow her. Den hat der Sportsoldat zwischen den EM im Januar und den WM zwar schon geübt, als Folge der Überlastung stellten sich Schienbeinprobleme ein. In der neuen Saison will der Olympiaachte Peter Liebers nach Verletzung wiederkommen und Fentz schon im Training Druck machen. »Dann wird es ja umso lustiger, da habe ich mega Bock dabei«, sagte der gut gelaunte Berliner.

Im Eistanz verpassten die Oberstdorfer Kavita Lorenz und Panagiotis Polizoakis auf Platz 19 das Olympiaticket und müssen bei der Nebelhorn-Trophy im September einen erneuten Versuch starten. »Ich sehe das Potenzial des Paares und bin sicher, dass wir uns in allen vier Disziplinen bei Olympia präsentieren können«, betonte Sportdirektor Dönsdorf. Die Weltspitze um die Kanadier Tessa Virtue und Scott Moir ist allerdings weit weg. Die 20-jährige Nicole Schott holte auch das ersehnte Ticket, mehr als ein Mittelfeldplatz wird in Zukunft nicht drin sein.

In eine exzellente Ausgangsposition sind nur Aljona Sawtschenko und Bruno Massot gelaufen. »Ich habe mich sehr über Silber gefreut. Ich hoffe, dass es bei Olympia reicht«, sagte IOC-Präsident Thomas Bach und outete sich als Fan des Oberstdorfer Top-Paares. Mit Sawtschenko und Massot kann die deutsche Mannschaft auch im Teamwettbewerb bei Olympia in Südkorea mithalten.

Die Teamtrophy der besten sechs Nationen im April in Tokio verpasste die DEU als Achter von Helsinki. Unter den zehn besten Teams will man in Südkorea wie schon in Sotschi (8. Platz) aber sein. »Der Teamwettbewerb war sehr erfolgreich in Sotschi, man sieht hier bei der WM den Aufschwung von Eiskunstlauf und allgemein dem Wintersport in Asien«, sagte Bach. Nach den Spielen wird ausgewertet, ob der Mannschaftswettkampf im Olympiaprogramm bleibt. »Im Moment stehen die Ampeln auf Grün. Eiskunstlauf ist eine der populärsten Wintersportarten bei den Spielen«, betonte Bach. dpa/nd

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