Werbung

Terroranschlag in St. Petersburg

Tote und Verletzte bei Explosion in der Metro

  • Von Klaus Joachim Herrmann
  • Lesedauer: 3 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Als »Terrorakt« bewertete Russlands Generalstaatsanwaltschaft den Anschlag auf die Petersburger Metro, bei dem nach letzten Angaben vom Montagabend mindestens elf Menschen starben und etwa 20 verletzt wurden. Für die Stadt wurde eine dreitägige Trauer angeordnet. Nach vorläufigen Erkenntnissen erfolgte gegen 14.40 Uhr Ortszeit eine Explosion in einem U-Bahn-Zug auf der Fahrt im Tunnel zwischen zwei Stationen im Zentrum der Newastadt. Unter Berufung auf Augenzeugen berichtete die Zeitung »RBC«, dass ein mutmaßlicher Täter einen Rucksack in den Zug geworfen haben soll. Laut Behördenquellen wurde die Sprengkraft der mit Metallteilen gefüllten selbst gebauten Bombe auf 200 bis 300 Gramm Dynamit geschätzt.

»Wir tun alles, um keine weiteren Explosionen zuzulassen«, versicherte das russische Nationale Anti-Terror-Komitee. Erst wurden in Petersburg sieben Stationen, dann die gesamte Metro gesperrt und auch die Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen Pulkowo verstärkt. Der Flugbetrieb lief weiter. Facebook aktivierte seine Funktion »Ich bin in Sicherheit«. Auch aus Moskau wurde eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen gemeldet. Drei Bahnhöfe wurden dort wegen verdächtiger Gegenstände gesperrt.

Standfotos und Videos, die am frühen Nachmittag auf russischen Webseiten zu sehen waren, zeigten die zerfetzte Tür eines Metrowaggons und Menschen in einer verqualmten Metrostation. Ersten Informationen über eine Explosion in der Station »Sennaja Ploschtschad« (Heuplatz) folgten Hinweise auf einen Anschlag in der Station »Technologitscheski Institut« (Technologisches Institut). Vor deren Eingang fuhren auf dem Moskauer Prospekt Rettungsfahrzeuge auf, landete ein Hubschrauber. Zu diesem Zeitpunkt war von zehn Todesopfern und etwa 50 Verletzten die Rede. Laut örtlichen Medien hatte es einen, zwei oder sogar eine Serie von Anschlägen gegeben. Die Explosion dürfte aber zwischen den Bahnhöfen erfolgt sein. Internationale Schlagzeilen reichten dabei von »Explosion« über »Schwere Explosion« bis zu »Anschlag auf Russland«.

Menschen an den beiden Metrostationen wirkten trotz vereinzelter Hinweise von Augenzeugen auf eine Panik nach den Anschlägen zwar betroffen, aber gefasst. Die Passagiere in dem Zug, der seine Fahrt zur nächsten Station fortgesetzt habe, hätten sich nach der Explosion gegenseitig geholfen. Nach fünf bis sieben Minuten seien Helfer eingetroffen. Lange widersprüchlich blieben Hinweise auf eine weitere Bombe an einer anderen Metrostation. Am Abend hieß es, diese sei mit einem Selbstzünder versehen gewesen und entschärft worden.

Russlands Präsident Wladimir Putin war am Montag in St. Petersburg, hielt sich aber nach Angaben seines Sprechers im Vorort Strelna auf. Die Sicherheitsbehörden würden die Explosion aufklären, versprach Putin. »Wir ziehen alle Möglichkeiten in Betracht - ob es eine kriminelle Tat war oder ob sie einen terroristischen Charakter hat«, sagte er laut russischen Agenturen.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und die EU-Außenminister äußerten ihr Mitgefühl. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel zeigte sich tief bestürzt: »Neben dem Entsetzen gibt es einfach jetzt nur die große Trauer und das Mitgefühl mit den betroffenen Familien und den Menschen in Russland.«

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!