Vertextete Gewalt

Eine kluge Kritik an jenem Teil der queerpolitischen Szene, der immer häufiger als identitäre und autoritäre Sekte auftritt, ist ausgeblieben - bis jetzt

  • Von Ruth Oppl
  • Lesedauer: ca. 7.5 Min.

Auf Twitter steppt mal wieder der Bär. Unter anderem wird zu einer Bücherverbrennung aufgerufen und über die »Schwuchteln« und »Drecksgestalten« hergezogen, deren Macht notfalls auch mit Hilfe von Baseballschlägern zerstört werden müsse.

Die da gerade zum Angriff blasen, gehören jedoch nicht irgendwelchen Rechtsaußenklüngeln an, sondern bezeichnen sich selbst als »queer« und »links«. Was sie so sehr in Rage bringt, ist der soeben erschienene Sammelband »Beißreflexe«, dessen Autorinnen und Autoren sich in 27 Texten kritisch mit den Erscheinungsformen des queeren Aktionismus auseinandersetzen. Die sehr unterschiedlichen Texte reichen von persönlichen Erfahrungsberichten über Interviews bis zu theoretischen Abhandlungen, werfen Schlaglichter auf alle Konfliktzonen dieser überfälligen Auseinandersetzung und beleuchten die Widersprüche in der Theorie und der Praxis dieser Szene.

Dabei beruft sich die Herausgeberin des Buches, Pats...

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