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Türkei stellt Mauer an Grenze zu Syrien fertig

Bau des 556 Kilometer langen Walls abgeschlossen / Hunderttausende Flüchtlinge sitzen fest

Istanbul. Die Türkei hat an der Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien den Bau einer 556 Kilometer langen Mauer abgeschlossen. Das teilte das Verteidigungsministerium auf Twitter mit. Laut Medienberichten richtet sich die Mauer gegen Schmuggler und Menschen, die illegal über die Grenze kommen. Menschenrechtler sehen den Mauerbau kritisch, weil damit auch Schutzsuchende aus Syrien an der Flucht in die Türkei gehindert werden.

Nach Angaben der staatlichen Wohnungsbaugesellschaft Toki, die an dem Bau beteiligt war, erstreckt sich die Mauer über die süd- und südosttürkischen Provinzen Hatay, Kilis, Sanliurfa, Mardin, Sirnak und Gaziantep. Auf der Website der Gesellschaft heißt es, die Elemente seien mobil und könnten damit an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Der drei Meter hohe Wall sei mit Stacheldraht und Wachtürmen versehen.

Die Türkei hat eine rund 911 Kilometer lange Grenze zu Syrien. Früher dienten lediglich Zäune als Abgrenzung. Doch 2015 begann die Türkei mit dem Bau einer Grenzmauer. In der Vergangenheit hatte die EU die türkische Regierung immer wieder für zu lasche Grenzkontrollen kritisiert. Damit hätten unter anderem Dschihadisten über die Türkei nach Syrien einreisen und sich etwa der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anschließen können, so der Vorwurf.

Inzwischen hat die türkische Armee den IS vollständig von der Grenze vertrieben. Ein Teil der syrischen Grenzregion zur Türkei wird vom türkischen Militär und verbündeten Rebellen kontrolliert, ein anderer von kurdischen Milizen. Die Grenze zu Syrien ist grundsätzlich geschlossen. Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass zwischen 500.000 und 700.000 Flüchtlinge auf der syrischen Seite der Grenze in Camps ausharren. Lediglich verletzte Flüchtlinge werden zur Behandlung in die Türkei gebracht. dpa/nd

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