Linksradikale Proteste zum 1. Mai richten sich gegen Erdogan

»Revolutionäre« Demonstration in Berlin will Kritik am türkischen Präsidenten in den Vordergrund stellen

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1. Mai Demonstration 2016 in Berlin Kreuzberg

Berlin. Die Organisatoren der linksradikalen Demonstration zum 1. Mai in Berlin haben angekündigt, in diesem Jahr die Kritik am türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in den Vordergrund der Proteste zu stellen. »Bundeskanzlerin Merkel kooperiert eng mit dem Diktator Erdogan«, begründete Bündnissprecher Marko Lorenz am Mittwoch die Entscheidung. »Der Flüchtlingsdeal zwischen der EU und der Türkei zeigt, dass zur Aufrechterhaltung der neoliberalen Herrschaft allzu gern mit den Despoten dieser Welt zusammengearbeitet wird.« Die Organisatoren kündigten zudem an, mit der diesjährigen Demonstration auch gegen den G20-Gipfel in Hamburg und die Beteiligung Erdogans, Donald Trumps und Putins protestieren zu wollen.

Die sogenannte »Revolutionäre 1. Mai-Demo« soll um 18 Uhr am Oranienplatz in Berlin Kreuzberg starten. Die jährlichen Krawalle, die seit den Protesten gegen die Volkszählung 1987 eine Art Kreuzberger Tradition geworden sind, haben in diesem Jahr ihr 30. Jubiläum.

Die Kundgebung soll als Zeichen des zivilen Ungehorsams erstmals seit Jahren nicht bei der Polizei angemeldet werden. »Die unangemeldete Demonstration am 1. Mai in Berlin ist eine Weiterentwicklung unserer politischen Praxis seit Heiligendamm 2007, wo wir mit massenhaftem Ungehorsam die Zufahrtsstraßen zum Gipfel blockiert haben«, sagte Bündnissprecher Lorenz. nd

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