Von Andreas Fritsche

Erinnerung an den Rudersportler Dlugoszweski

Gedenkstätten Ravensbrück und Sachsenhausen feiern Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager

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Beim Jahrestag der Befreiung 2006 in Sachsenhausen

Die KZ-Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück erinnern am kommenden Wochenende mit Kranzniederlegungen, Gesprächsrunden, Buchvorstellungen, Lesungen und Ausstellungen an die Befreiung der Lager im April 1945. In Ravensbrück werden dazu 20 Überlebende erwartet, die überwiegend aus Polen stammen, in Sachsenhausen sind es zehn Überlebende aus sieben verschiedenen Staaten.

In Ravensbrück spricht am Sonntag um 10 Uhr Barbara Piotrowska, die als Kind im hiesigen KZ inhaftiert war. Außerdem redet der österreichische Schriftsteller Robert Schindel, ein Sohn jüdischer Kommunisten, der die Nazizeit in einem Kinderspital in Wien überstand, während sein Vater im KZ Dachau ermordet wurde und seine Mutter im KZ Ravensbrück saß.

Im ehemaligen Garagentrakt wird um 13 Uhr eine Ausstellung eröffnet, die 13 Porträts von Ravensbrückerinnen zeigt, die der Künstler Christoph Wenzel malte. Um 14 Uhr präsentiert der Internationale Freundeskreis der Gedenkstätte das Buch »Zwangsarbeit für Siemens im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück«. Der Band enthält kommentierte Zeitzeugenberichte von 75 KZ-Häftlingen. Siemens ließ von den Frauen in Ravensbrück unter anderem Kehlkopfmikrofone und Teile von Feldtelefonen herstellen.

In Sachsenhausen sprechen am Sonntag um 15.30 Uhr Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sowie der französische Überlebende Roger Bordage, Präsident des Internationalen Sachsenhausen-Komitees.

Der Kreissportbund Oberhavel will um 14.30 Uhr eine Gedenktafel für Wlodzimierz Dlugoszweski (1905-1045) einweihen. Dlugoszweski war Kapitän der polnischen Rudermannschaft bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin und später KZ-Häftling in Sachsenhausen. Er starb kurz nach der Befreiung an den Folgen seiner Behandlung im Lager.

Einbezogen in die Feierlichkeiten zum Jahrestag der Befreiung sind wie immer das Todesmarschmuseum im Belower Wald bei Wittstock (21. April, 14.30 Uhr) und das einstige KZ-Außenlager Klinkerwerk an der Lehnitzschleuse in Oranienburg (24. April, 10 Uhr).

Komplettes Programm im Internet unter stiftung-bg.de

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