Bildung als Klassenfrage

Hochschulpolitik ist im französischen Präsidentschaftswahlkampf ein Randthema. Von der Gestaltung der universitären Bildung hängt aber Frankreichs wirtschaftliche Zukunft ab

  • Von Tino Brömme
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Die große Rate- und Prominenz-Show, welche die französische Präsidentschaftswahl ist, kann sich höchster Publikumsquoten gewiss sein. Alle diskutieren darüber. Leider spielen, zumindest in den Fernsehdebatten, Kultur- und Bildungsthemen kaum eine Rolle, und die französische Hochschulgemeinschaft ist sich wohl bewusst, dass die Versprechen der elf Kandidaten zur Hochschul- und Wissenschaftspolitik wenig wahlentscheidend sind.

Wie aber wollen die Präsidentschaftsanwärter die Fachkräfteabwanderung eindämmen, wie die französische Hochschullandschaft organisieren? Partei- und lagerübergreifend steht dabei die Frage im Zentrum, welches der richtige »französische Weg« ist. In der politischen Mitte steht, mit sehr guten Erfolgsaussichten, Emmanuel Macron, der sich antielitär gibt, obwohl er erst Investmentbanker und bis vor kurzem noch Wirtschaftsminister unter François Hollande war. Seine Strategie, neoliberale Reformen mit »sozialdemokr...

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